Wintersemester 2015/16

Kolloquium

Lingustisches Kolloquium für Fortgeschrittene

Zusatzangebot für Bachelor- und Masterstudierende
Do 12–14 (nicht jede Woche, genaue Termine rechtzeitig hier) | LS8 215

Dieses Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Bachelorstudierende und an Masterstudierende. Wenn Sie eine sprachwissenschaftliche Abschlussarbeit planen oder bearbeiten, empfehle ich Ihnen dringend die Teilnahme.

Abschlussarbeiten sind wissenschaftliche Gesellenstücke: Sie gestalten selbständig ein eigenes Forschungsprojekt, führen es durch und dokumentieren es in einem wissenschaftlichen Text. Dabei gehört zur Eigenverantwortung auch, dass Sie sich selbst um einen gedanklichen Austausch mit anderen bemühen – mit Dozenten, Fachleuten, Kommilitonen und interessierten Laien.

In diesem Kolloquium haben Sie Gelegenheit, Ihre eigenen linguistischen Projekte vorzustellen, miteinander zu diskutieren und zu entwickeln. Dabei thematisieren wir, je nach Bedarf und Interesse, theoretische und methodische Fragen sowie Probleme des wissenschaftlichen Schreibens.

Seminare

Sprachliche Areale und die nordischen Sprachen

Masterseminar SW 4, SW 6, SW 7
Do 14–16 | LS1 104a
verbindlicher Zusatztermin: Linguistischer Workshop (Sa, 9. 1., 13–18 Uhr)

Es ist eine alte Beobachtung, dass benachbarte Sprachen und Varietäten einander häufig ähneln, und zwar auch über die Grenzen von Sprachen und Sprachfamilien hinweg. So gibt es strukturelle Gemeinsamkeiten der europäischen Sprachen, aber auch der Sprachen rund um die Ostsee oder der Sprachen im ehemals hansischen Einflussgebiet. Häufig wird Sprachkontakt als Ursache solcher Ähnlichkeiten angenommen, der sich allerdings nicht immer eindeutig nachweisen lässt.

Nachdem der im 20. Jahrhundert geprägte Begriff des ‚Sprachbunds‘ heute als veraltet angesehen werden kann, stellt sich die Frage, aus welcher theoretischen und methodischen Perspektive man sich sprachlicher Arealität heute nähern soll. Hier sind neuere merkmalzentrierte Herangehensweisen hilfreich, die ihre Grundlage vor allem in sprachtypologischer Forschung haben und eine systematische, theoretisch und auch technisch innovative Erforschung arealer Phänomene ermöglichen.

Im Seminar lernen Sie die Forschung zur Areallinguistik mit dem Fokus auf die nordischen Sprachen kennen. Dabei beschäftigen Sie sich zunächst mit grundlegenden Konzepten und dem aktuellen Stand der theoretischen Diskussion (was ist ein Areal, was der Raum, was ein areales Merkmal?) und forschen dann selbst: In eigenen Projekten erarbeiten Sie Analysen zur arealen Verteilung bestimmter sprachlicher Merkmale in nordischen Sprachen und darüber hinaus. Die Ergebnisse fließen in das Forschungsprojekt Grammatische Arealität in Nordeuropa und Norddeutschland (GrammArNord) mit ein.

Språkliga minoriteter i Norden / Sproglige mindretal i Norden

Bachelor-/Masterseminar SW 3, SW 4, SW 6, SW 7
Do 10–12 | LS1 106a
verbindlicher Zusatztermin: Linguistischer Workshop (Sa, 9. 1., 13–18 Uhr)

Inte alla språk som talas i Norden är nordiska språk, och inte alla nordiska språk är majoritetsspråk. Särskilt de nordligaste delarna av Skandinaviska halvön är präglade av olika språkkontaktsituationer, där bl.a. de samiska språken och flera östersjöfinska språk används av olika språkliga minoriteter. Å andra sidan finns det även nordisktalande minoriteter i Finland och Schleswig-Holstein, och även nationalspråken på Färöarna och på Grönland kan räknas som minoritetsspråk i Kungariket Danmark. Kursen tar upp både de språksociala aspekterna som är aktuella i de olika kontaktsituationerna och kontakternas strukturella konsekvenser: Bryter finlandssvenskar på finska? Finns det ett språk som heter färödanska? Hur har samiskan påverkat norska dialekter?

Kursen ges på fastlandsskandinaviska – dansk-, norsk- och svensktalande studerande är välkomna att delta!

Ikke alle sprog, der tales i Norden, er nordiske sprog, og ikke alle nordiske sprog er flertalssprog. Det er især de nordlige dele af den skandinaviske halvø, der er præget af forskellige sprogkontaktsituationer. Her er det bl.a. de samiske sprog og nogle østersøfinske sprog, som bruges af forskellige sproglige mindretal. På den anden side er der også nordisktalende mindretal i Finland og Slesvig-Holsten, og nationalsprogene på Færøerne og Grønland kan regnes for at være mindretalssprog i Kongeriget Danmark. Kurset tager højde for de sprogsociale aspekter som er vigtige i de forskellige kontaktsituationer, men beskæftiger sig også med kontakternes strukturelle konsekvenser: Taler finlandssvenskere med finsk accent? Er der et sprog, der hedder færødansk? Hvordan har samisk påvirket norske dialekter?

Kurset foregår på fastlandsskandinavisk – dansk-, norsk- og svensktalende studerende er velkomne til at deltage!

Eigenständige Lektüren

Die Massenauswanderung nach Amerika und ihre sprachlichen Folgen

SW 6
gemeinsame Vorbesprechung nach Absprache

Mit der eigenständigen Lektüre üben Sie, sich zwar mit Anleitung, aber in eigener Verantwortung in einen begrenzten thematischen Bereich einzuarbeiten – eine Schlüsselqualifikation für das wissenschaftliche Arbeiten.

In diesem Semester steht mit der Massenauswanderung nach Amerika ein Thema im Mittelpunkt, das im kollektiven Gedächtnis der skandinavischen Gesellschaft einen festen Platz hat, gerade in jüngster Zeit aber auch linguistisch umfassend erforscht wird. Die Lektüre teilt sich in zwei Themengebiete: Zunächst geht es um die soziohistorischen Hintergründe für die Emigrationswelle im 19. und 20. Jahrhundert sowie die sozialen Rahmenbedingungen, unter denen die Emigranten in ihrer neuen Heimat gelebt haben. Dabei reicht das Spektrum von einer völligen Assimilation an die bereits ansässige Bevölkerung bis zur Konstituierung stabiler skandinavischsprachiger Communitys, die sich zum Teil bis heute erhalten haben. Die linguistische Erforschung der skandinavischen Sprachen in diesen Communitys bildet das zweite Themengebiet. Hier erarbeiten Sie sich einen Überblick über unterschiedliche Schwerpunkte und wesentliche Ergebnisse der Forschung in den einzelnen Sprachen.

Die eigenständige Lektüre wird mit einer Klausur abgeschlossen.

Synchrone/Diachrone Sprachwissenschaft

SW 7
Vorbesprechung nach individueller Absprache

Mit den eigenständigen Lektüren üben Sie, sich zwar mit Anleitung, aber in eigener Verantwortung in begrenzte thematische Bereiche einzuarbeiten – eine Schlüsselqualifikation für das wissenschaftliche Arbeiten.

In diesem Fall bearbeiten Sie zwei selbst gewählte Themen aus diachroner bzw. synchroner Perspektive. Geeignete Bereiche, aus denen Sie sich zwei Schwerpunktthemen erarbeiten können, werden gemeinsam mit ersten Literaturhinweisen vorgegeben. Nach Absprache sind auch andere Themen möglich.

Die eigenständigen Lektüren werden mit einer übergreifenden mündlichen Prüfung auf der Grundlage eines Thesenpapiers abgeschlossen, das Sie in Absprache mit mir rechtzeitig einreichen.