Wintersemester 2012/13

Altschwedisch aus linguistischer Sicht: Quellen, Strukturen und Probleme

Seminar, SW 3.1/2, SW 4.1/2, SW 6.2/3, SW 7.1/2 (Nr. 051312)
Do, 14–16, LS8 201/2

[Anmeldung nicht mehr möglich]

Während das heutige Isländische noch starke Ähnlichkeiten zum klassischen literarischen Altisländischen aufweist, begegnen wir im schwedischen Mittelalter einer Sprachform, die vom heutigen Schwedischen weit entfernt ist. Dieser Sprachstufe nähern wir uns in diesem Seminar aus linguistischer Perspektive an.

Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der sozio- und kontaktlinguistisch komplexen Situation: Das mittelalterliche Schweden ist ein Einwanderungsland, in dem unterschiedliche soziale Gruppen zu verschiedenen Zwecken verschiedene Sprachen verwenden, die alle miteinander interagieren. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Sprachentwicklung, die schon in der altschwedischen Periode selbst zu besichtigen sind, und zwar auf den verschiedensten Ebenen: in Lexikon und Grammatik ebenso wie etwa in der Entwicklung der Texttypen. Entsprechend beschäftigen wir uns im Seminar auch mit der Lektüre und Analyse altschwedischer Originalquellen.

Schwedisch als erste skandinavische Sprache ist keine Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an diesem Seminar.

(Bitte auch den Linguistischen Workshop beachten.)

Dänisch und Deutsch im Grenzland

Seminar, SW 3.1/2, SW 4.1/2, SW 6.2/3, SW 7.1/2 (Nr. 051480)
Mi, 16–18, LS8 201/2

[Anmeldung nicht mehr möglich]

Deutsch und Dänisch stehen auf der Kimbrischen Halbinsel seit dem frühen Mittelalter miteinander in Kontakt. Dabei haben verschiedene Formen von Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt die sprachliche Situation bis heute geprägt und beide Sprachen in unterschiedlichem Maß beeinflusst. Die politischen Entwicklungen seit dem 19. Jahrhundert haben schließlich zu der Minderheitenkonstellation geführt, die wir heute im Grenzland – dem ehemaligen Herzogtum Schleswig – vorfinden.

In diesem Seminar beschäftigen wir uns aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem dänisch-deutschen Kontakt. Dazu gehören sprachgeschichtliche und -politische Aspekte ebenso wie die Frage nach der aktuellen sprachsozialen Situation, nach dem Status der beiden Sprachen und ihrer Varietäten im Grenzland und nach den Besonderheiten des sogenannten Südschleswigdänisch.

Die Bereitschaft zur Lektüre dänischer Texte ist eine Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme.

(Bitte auch den Linguistischen Workshop beachten.)

Diachrone Sprachwissenschaft

Eigenständige Lektüre, SW 7.4 (Nr. 051291)

[Anmeldung nicht mehr möglich]

Mit der eigenständigen Lektüre üben Sie, sich zwar mit Anleitung, aber in eigener Verantwortung in einen begrenzten thematischen Bereich einzuarbeiten – eine Schlüsselqualifikation für das wissenschaftliche Arbeiten. Hier bearbeiten Sie zwei selbst gewählte Themen aus diachroner Perspektive.

Geeignete Bereiche, aus denen Sie sich zwei Schwerpunktthemen erarbeiten können, werden gemeinsam mit ersten Literaturhinweisen vorgegeben. Nach Absprache sind auch andere Themen möglich.

Die eigenständige Lektüre wird mit einer zehnminütigen mündlichen Prüfung auf der Grundlage eines einseitigen Thesenpapiers abgeschlossen, das Sie in Absprache mit mir rechtzeitig einreichen.

Festlandskandinavisch: Parallelen und Gegensätze

Vorlesung und Übung, SW 5.1 und 5.2 (Nr. 051193, 051191)
Do, 10–12, LS 8 215 (neu ab dem 8. 11.)

[Anmeldung nicht mehr möglich]

Die festlandskandinavischen Sprachen sind sich bekanntlich sehr ähnlich, so dass eine Verständigung zwischen Norwegisch-, Dänisch- und Schwedischsprechern nicht an ernsthaften sprachstrukturellen Barrieren scheitert. Zugleich gibt es aber natürlich im Detail Unterschiede, die gerade Lernern einer Sprache Schwierigkeiten beim Verständnis und Gebrauch der anderen festlandskandinavischen Sprachen bereiten können. Umgekehrt bringt gerade die Kenntnis dieser Details einen erheblichen Gewinn für die interskandinavische Kommunikation.

In der Vorlesung betrachten wir die sprachlichen Strukturen zwischen Norwegisch, Dänisch und Schwedisch im Kontrast. Die Übung bietet die Möglichkeit, aus den behandelten Themen sprachpraktische Fertigkeiten zu entwickeln und die eigene interskandinavische Kompetenz zu stärken.

(Bitte auch den Linguistischen Workshop beachten.)

Interskandinavische Kommunikation

Eigenständige Lektüre, SW 6.1 (Nr. 051284)

[Anmeldung nicht mehr möglich]

Mit der eigenständigen Lektüre üben Sie, sich zwar mit Anleitung, aber in eigener Verantwortung in einen begrenzten thematischen Bereich einzuarbeiten – eine Schlüsselqualifikation für das wissenschaftliche Arbeiten. In diesem Fall geht es um die Kommunikation zwischen Sprechern verschiedener festlandskandinavischer Sprachen, bei der jeder seine Sprache verwendet und die des Partners versteht: Wie funktioniert diese kommunikative Praxis? Warum wird sie gefördert? Gelingt sie tatsächlich? Diese Fragen, die hier behandelt werden, sind auch für Ihre eigene skandinavische Sprachkompetenz relevant.

Die eigenständige Lektüre wird mit einer einstündigen Klausur abgeschlossen, in der Sie in einem eigenen Text wesentliche Merkmale in den jeweils erarbeiteten Bereichen darstellen.

Linguistische Diskussion

Kolloquium, für interessierte Bachelor- und Masterstudierende (Nr. 051314)
Mi, 12–14, jede zweite Woche, LS8 215 (geändert) – erste Sitzung am 31. 10. 2012

[Anmeldung nicht mehr möglich, bei Interesse mailen Sie mir bitte]

Morpheme sind die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten in der Sprache, Sprache ist ein komplexes System aus Einheiten und Regeln, die ostnordischen Sprachen gehören zum Germanischen …

Solches Grundwissen haben Sie in der sprachwissenschaftlichen Einführung und folgenden Seminaren als Ausgangspunkt für ausführlichere Analysen und Diskussionen kennengelernt. Gerade im Hinblick auf Seminar- und Abschlussarbeiten ist es aber wichtig, sich die Bedeutung und auch den theoretischen Zusammenhang solcher Begriffe noch einmal sehr deutlich zu machen. Das haben wir im Kolloquium vor, indem wir ganz konkret über die Begriffe diskutieren, die Ihnen in Ihren fortgeschrittenen Arbeiten begegnen oder begegnet sind.

Dabei soll auch deutlich werden, dass linguistische Termini und Modelle immer auch ganz bestimmte Perspektiven auf Sprache und sprachliche Phänomene voraussetzen – und dass diese Perspektiven sind weder selbstverständlich noch ohne Alternative sind. Mit dem Kolloquium streben wir deshalb auch an, dass Sie in Ihrer eigenen Arbeit solche Sichtweisen nicht einfach kritiklos übernehmen, sondern kritisch hinterfragen.

(Bitte auch den Linguistischen Workshop beachten.)

Linguistischer Workshop

verbindlicher übergreifender Blocktermin
Sa, 26. 1. 2013, 13–18, OS75, Hörsaal 4

Für alle sprachwissenschaftlichen Veranstaltungen findet zusätzlich zu den regulären Sitzungen in der zweiten Semesterhälfte ein gemeinsamer Blocktermin (ein Nachmittag) statt, den wir als linguistischen Workshop – also eine kleine wissenschaftliche Tagung – gestalten. Hier informieren Sie sich gegenseitig in Vorträgen über Themen und Ergebnisse der einzelnen Seminare und diskutieren Fragen von übergreifender Bedeutung gemeinsam.

Sprachliche Norm und Variation

Seminar, SW 3.1/2, SW 4.1/2, SW 6.2/3, SW 7.1/2 (Nr. 051187)
Fr, 14–16, LS8 201/2

[Anmeldung nicht mehr möglich]

„Richtig ist richtig und falsch ist falsch“ – so einfach ist das sprachliche Weltbild vieler Sprachkritiker und Puristen, aber auch mancher Sprachlehrer, Sprachlerner und Sprecher ganz allgemein. Dass die ‚richtigen‘ Formen nur einen kleinen Ausschnitt der sprachlichen Realität darstellen, wird dabei oft nicht reflektiert; die Dominanz bestimmter sprachlicher Normen wird als ganz selbstverständlich vorausgesetzt.

Wie solche Normen funktionieren, wie sie entstehen, wer sie trägt und vermittelt und welchen Status sie gegenüber der Variation im tatsächlichen Sprachgebrauch haben – das sind Themen dieses Seminars. Die Spannung zwischen Norm und Variation lässt sich an den skandinavischen Sprachen zum einen gut beobachten, zum anderen bieten diese Beobachtungen aber auch einen ausgezeichneten Ausgangspunkt für eine theoretische Diskussion.

(Bitte auch den Linguistischen Workshop beachten.)

Synchrone Sprachwissenschaft

Eigenständige Lektüre, SW 7.3 (Nr. 051287)

[Anmeldung nicht mehr möglich]

Mit der eigenständigen Lektüre üben Sie, sich zwar mit Anleitung, aber in eigener Verantwortung in einen begrenzten thematischen Bereich einzuarbeiten – eine Schlüsselqualifikation für das wissenschaftliche Arbeiten. Hier bearbeiten Sie zwei selbst gewählte Themen aus synchroner Perspektive.

Geeignete Bereiche, aus denen Sie sich zwei Schwerpunktthemen erarbeiten können, werden gemeinsam mit ersten Literaturhinweisen vorgegeben. Nach Absprache sind auch andere Themen möglich.

Die eigenständige Lektüre wird mit einer zehnminütigen mündlichen Prüfung auf der Grundlage eines einseitigen Thesenpapiers abgeschlossen, das Sie in Absprache mit mir rechtzeitig einreichen.