Schlagwort-Archive: Sprachkontakt

Masterarbeit: Mehrsprachigkeit in Rodenäs

In ihrer Masterarbeit untersucht Sabrina Betka-Christiansen den gegenwärtigen Stand der Mehrsprachigkeit im nordfriesischen Rodenäs unmittelbar an der deutsch-dänischen Grenze. Ihre fragebogenbasierte Untersuchung testet dabei nicht die Sprachkompetenz der Einwohner, sondern zielt vor allem auf das Wissen über die hier traditionell gesprochenen Sprachen und Varietäten ab (Hochdeutsch, Niederdeutsch, Nordfriesisch, Standarddänisch, Südjütisch): Welche davon kennen die Probanden? Welche erkennen sie? Welchen Generationen und Domänen ordnen sie sie zu? Die Ergebnisse, aufgeschlüsselt nach demographischen Faktoren, zeichnen das Bild mehrerer aufeinander folgender Sprachwechsel in der Region nach: Es ist zwar noch einiges an Wissen vorhanden, dieses Wissen nimmt aber über die Generationen stark ab. In der Tendenz bestätigt sich damit die Beobachtung, dass sich die Situation insgesamt hin zu hochdeutscher Einsprachigkeit entwickelt.

Neuerscheinung: Phonological elements and Diasystematic Construction Grammar

Neues zur Diasystematischen Konstruktionsgrammatik: In Constructions and frames 6 ist ein Artikel von mir erschienen, der sich damit befasst, welche Funktion phonologische Elemente im Sprachwissen Mehrsprachiger besitzen und wie diese Funktion im Rahmen der DCxG modelliert werden kann. Dabei geht es zwangsläufig zugleich auch um eine generelle Positionsbestimmung: Wie kann die Konstruktionsgrammatik phonologischen Phänomenen besser als bisher gerecht werden? Gerade die Analyse komplexerer morphophonologischer Zusammenhänge bietet dabei wertvolle Anhaltspunkte für die Rolle phonologischer Elemente im Sprachkontakt. Dabei lassen sich regelhafte Korrespondenzen zwischen lautlichen Strukturen mithilfe sogenannter phonological language markers fassen, die Konstruktionsstatus haben.

Höder, Steffen. 2014. „Phonological elements in Diasystematic Construction Grammar“. Constructions and frames 6, 202–231. Academia.edu DOI Abstract

Usage-based CxG approaches share the central assumption that any grammar has to be acquired and organised through input-based abstraction and categorisation. Diasystematic Construction Grammar (DCxG) is based on the idea that these processes are not sensitive to language boundaries. Multilingual input thus results in multilingual grammars which are conceived of as constructicons containing language-specific as well as language-unspecific constructions. Within such systems, phonological structures play an important part in the identification of schematic constructions. However, the status of phonology in DCxG, as in CxG in general, yet remains unclear. This paper presents some arguments for including phonological elements systematically in the construction-based analysis of (multilingual) constructional systems.

Neuerscheinung: Stability and divergence in lan­guage contact

Soeben erschienen:

Braunmüller, Kurt, Steffen Höder & Karoline Kühl (Hgg.). 2014. Stability and divergence in lan­guage contact. Factors and mechanisms (Studies in language variation 16). Amsterdam/​Philadelphia: Benjamins.

Der Band enthält theoretische und empirische Beiträge zu den eher unerwarteten und deshalb auch weniger erforschten Ergebnissen von Sprachkontakt: Im Normalfall werden Sprachen im Kontakt einander mit der Zeit strukturell ähnlicher. Welche Bedingungen führen aber dazu, dass Sprachen einander im Gegenteil unähnlicher werden oder sich in ihrer Ähnlichkeit zueinander gar nicht verändern? Und welche Mechanismen spielen dabei eine Rolle? Der Band untersucht entsprechende Szenarien, bei denen unterschiedliche europäische Sprachen betroffen sind. (Mehr …)

Mein eigener Beitrag in dem Band geht der Frage nach, ob sich strukturelle Konvergenz und Divergenz überhaupt strikt trennen lassen, und diskutiert Beispiele, bei denen das offenbar nicht der Fall ist. Zugrunde liegt die Grundannahme der Diasystematischen Konstruktionsgrammatik, dass Mehrsprachige nicht kategorisch zwischen ihren jeweiligen Sprachsystemen unterscheiden, und dass kontaktbedingter Sprachwandel im Wesentlichen auf Veränderungen im Sprachwissen Mehrsprachiger zurückgeht. (Mehr …)

Höder, Steffen. 2014. „Convergence vs. divergence from a diasystematic perspective“. In: Kurt Braunmüller, Steffen Höder & Karoline Kühl (Hgg.), Stability and divergence in language contact, Factors and mechanisms (Studies in language variation 16), Amsterdam/​Philadelphia: Benjamins, 39–60.

Workshop zu Konstruktionsgrammatik und Sprachkontakt (ICCG 8)

Gemeinsam mit Hans Boas (Austin) habe ich bei der diesjährigen 8th International Conference on Construction Grammar (Osnabrück, 3.–6. September) einen Workshop mit dem Titel Construction grammar and language contact mit Beiträgen zu verschiedenen Sprachkontaktsituationen aus konstruktionsgrammatischer Perspektive organisiert. (Mehr …)