Schlagwort-Archive: Schwedisch

Masterarbeit: Anglizismen in schwedischer Werbesprache

Englisch als globale Lingua franca spielt auch in der einsprachigen Kommunikation im Norden eine unübersehbare Rolle: Entlehnungen aus dem Englischen sind aus dem Wortschatz nicht wegzudenken. Das gilt für die Alltagssprache, aber auch für bestimmte Domänen und Texttypen. Annika Hartwig hat sich in ihrer Masterarbeit mit diesem Thema beschäftigt und den Gebrauch von Anglizismen in der schwedischen Werbesprache untersucht. Dafür hat sie ein Korpus von Anzeigen aus Dagens Nyheter zusammengestellt und analysiert, das als repräsentativ für textbasierte Anzeigen in seriösen Tageszeitungen gelten kann. Dabei zeigt sich, dass die Hypothesen aus der bisherigen Forschung hier großenteils bestätigt werden können, in einigen Bereichen aber auch nicht. Dabei spielen formale Aspekte eine Rolle, etwa die Frage nach der Wortklasse von Entlehnungen und der grammatischen und lautlichen Integration ins Schwedische, aber auch die Bedeutungsseite sowie die kommunikative Funktion der Entlehnungen im werbesprachlichen Kontext.

Masterarbeit: schwedischer Akzent im Deutschen

Einen schwedischen Akzent im Deutschen zu erkennen fällt Sprechern, die mit beiden Sprachen vertraut sind, häufig recht leicht; zu benennen, woran man ihn erkennt, ist dagegen ungleich schwerer. Katharina Micheel hat in ihrer Masterarbeit die deutsche und die schwedische Phonologie miteinander verglichen und vor diesem Hintergrund die deutsche Aussprache bei L2-Sprechern mit schwedischer Erstsprache analysiert, und zwar sowohl bei Sprechern in Deutschland mit recht hohem Kompetenzgrad als auch bei Sprechern in Schweden, die im L2-Erwerb weniger weit fortgeschritten sind.

Dabei zeigt sich, dass nicht-zielsprachliche Aussprache wie erwartet vor allem dort auftritt, wo größere Unterschiede in der Phonologie bestehen. Das betrifft zum einen Segmente – die Vokalqualitäten, die stimmlosen Frikative, das stimmhafte [z], Affrikaten wie [ts] und [pf] – aber auch größere lautliche Einheiten, etwa wenn die Probanden Affixe wie -el oder -en schriftnah als Verbindungen von [ə] und Konsonanten realisieren und nicht zielsprachlich korrekt mit den silbischen Konsonanten [l̩ m̩ n̩ ŋ̩]. Insgesamt zeigt sich auch, dass die untersuchten Probanden im Vergleich zu früheren Studien mehr und andere Abweichungen von der zielsprachlichen Norm produzieren – hier lässt sich über Ursachen bislang nur spekulieren.

Bachelorarbeit: Niederdeutsche Lehnwörter im Gegenwartsschwedischen

Lehnwörter aus dem Deutschen sind aus dem Lexikon der festlandskandinavischen Sprachen nicht wegzudenken. Ihr Ursprung liegt vor allem im Sprachkontakt mit dem im späten Mittelalter dominierenden Mittelniederdeutschen als Sprache der Hansekaufleute und der deutschen Immigranten, die einen enormen gesellschaftlichen und sprachlichen Einfluss ausübten. Jenny Voß geht in ihrer Bachelorarbeit der Frage nach, mit welcher Häufigkeit und in welcher Verteilung auf heutige Texttypen der niederdeutsche Lehnwortschatz im Gegenwartsschwedischen tatsächlich gebraucht wird. Ihre Analyse stützt sich auf eine Auswertung einer anhand moderner Zeitungstexte zufällig generierten Auswahl von Lehnwörtern und deren Vorkommen in einem entsprechenden Korpus mithilfe des Tools Korp. Ihre Ergebnisse zeigen, dass mittelniederdeutsche Wörter noch heute präsent sind, sich aber unterschiedlich au Wortklassen und semantische Felder verteilen.