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Masterarbeit: Genussysteme in norwegischen Kontaktvarietäten

kvendrakta1[1]Skandinavien ist insgesamt durch sprachliche Diversität und eine Vielzahl von Sprachkontaktkonstellationen geprägt. Aber wie wirkt sich das auf die Entwicklung der sprachlichen Strukturen aus? Mit zwei solchen Fällen beschäftigt sich Bente Hartmanns Masterarbeit, die die Auswirkungen des Sprachkontakts auf das norwegische Genussystem in nordnorwegischen Dialekten und dem Osloer Multiethnolekt vergleicht.

37240Dabei untersucht sie die Konsequenzen des Sprachkontakts zwischen Norwegisch, Samisch und Kvenisch einerseits und der Entwicklung in einem sprachlich heterogenen urbanen Milieu andererseits. Dabei zeigen sich in beiden Fällen Reduktionen des Genussystems (von maximal drei über zwei Genera bis zum Extremfall des Verschwindens von Genus als grammatischer Kategorie). Allerdings lassen sich diese Entwicklungen nicht völlig parallel erklären. Zwar gibt es Gemeinsamkeiten der beiden Kontaktkonstellationen, aber je stärker die sprachsozialen Bedingungen im Detail betrachtet werden, desto deutlicher werden die Unterschiede in den zugrunde liegenden Sprachwandelmechanismen.

Bachelorarbeit: interne Struktur von Pronomina

In ihrer Bachelorarbeit beschäftigt sich Rieke Schulz mit der internen Struktur von Pronomina und Flexionssuffixen bei Substantiven und Adjektiven im Dänischen und Norwegischen: Haben diese Formen nur als Ganze eine Funktion, oder lassen sie sich in kleinere Teile zerlegen, die wiederum eigene Bedeutungen kodieren? Dabei kann sie in einer detaillierten Analyse zeigen, dass zwar nicht überall, aber doch bei recht vielen Formen eine Unterteilung in submorphematische Einheiten möglich ist, z. B. das -a- in dän./norw. han ‚er‘, das die Bedeutung MÄNNLICH aufweist, oder das j- in dän. jer ‚euch‘ in der Bedeutung 2. PERSON PLURAL.