Schlagwort-Archive: Masterarbeit

Masterarbeit: Mehrsprachigkeit in Rodenäs

In ihrer Masterarbeit untersucht Sabrina Betka-Christiansen den gegenwärtigen Stand der Mehrsprachigkeit im nordfriesischen Rodenäs unmittelbar an der deutsch-dänischen Grenze. Ihre fragebogenbasierte Untersuchung testet dabei nicht die Sprachkompetenz der Einwohner, sondern zielt vor allem auf das Wissen über die hier traditionell gesprochenen Sprachen und Varietäten ab (Hochdeutsch, Niederdeutsch, Nordfriesisch, Standarddänisch, Südjütisch): Welche davon kennen die Probanden? Welche erkennen sie? Welchen Generationen und Domänen ordnen sie sie zu? Die Ergebnisse, aufgeschlüsselt nach demographischen Faktoren, zeichnen das Bild mehrerer aufeinander folgender Sprachwechsel in der Region nach: Es ist zwar noch einiges an Wissen vorhanden, dieses Wissen nimmt aber über die Generationen stark ab. In der Tendenz bestätigt sich damit die Beobachtung, dass sich die Situation insgesamt hin zu hochdeutscher Einsprachigkeit entwickelt.

Gaststudentin in Göteborg

Aus dem Newsletter von Institutionen för svenska språket an Göteborgs universitet:

Aileen Urban från universitetet i Kiel besöker institutionen från 19/1 till 27/3, som gäststudent finansierad av Svenska institutet. Hon kommer bl.a. att delta i konstruktikonprojektet […].

Masterarbeit zu Modalpartikeln

Katharina Asmussens Masterarbeit beschäftigt sich mit dänischen Modalpartikeln, also Wörtern wie nok und vel, mit denen ein Sprecher etwas darüber aussagen kann, woher eine Information stammt und als wie zuverlässig sie einzuschätzen ist. Solche Wörter haben oft keine Eins-zu-eins-Entsprechung in anderen Sprachen und sind deshalb ein Problem bei der Übersetzung. Die Arbeit untersucht, welchen Formen solche Modalpartikeln in Übersetzungen aus dem Dänischen ins Deutsche sowie Englische und umgekehrt entsprechen.

Abschlussarbeiten Januar bis September 2014

Bisher sind 2014 unter meiner Betreuung eine Reihe von Abschlussarbeiten am ISFAS entstanden:

Bachelorarbeiten

Hannah Groth untersucht den Einfluss, den das bis weit in die Neuzeit auf den Britischen Inseln gesprochene Norn auf das Scots hatte und der sich in Dialekten in Aberdeenshire und auf den Shetlandinseln noch heute im Lexikon nachweisen lässt.

Gesine Meck beschäftigt sich mit Vor- und Nachteilen von lexikon- und korpusbasierten Analysen bei der Untersuchung von Paaren semantisch ähnlicher und etymologisch verwandter Wörter im Deutschen und Schwedischen.

Lena Prenzler analysiert in einer empirischen Studie an Kieler Dänischstudierenden grammatische Schwierigkeiten, die erwachsene Zweitsprachlerner beim Erwerb des Dänischen haben, und stellt dabei fest, dass sich die bestehenden Hürden nur zum Teil auf Unterschiede im Sprachsystem von Ausgangs- und Zielsprache haben.

Drei abgeschlossene Bachelorarbeiten beschäftigen sich mit Entlehnungen:

Sandra Neufeldt geht der Frage nach, ob und wie substantivische Entlehnungen im Schwedischen auch morphologisch in die Empfängersprache integriert sind.

Nathalie Ott testet anhand eines Onlineexperiments mit fiktiven Lehnwörtern aus dem Französischen, an welchen formalen Merkmalen in Phonologie, Graphie und Morphologie L1-Sprecher der drei festlandskandinavischen Sprachen die französische Herkunft erkennen.

Katrin Peterson ordnet anhand einer Datenbank Lehnwörter seit den 1950er Jahren unterschiedlichen formalen Typen zu und untersucht, ob diese Typen ein Licht auf das Verhältnis zwischen den jeweiligen Gebersprachen und dem Dänischen werfen.

Masterarbeiten

Ines Lewandowske beschäftigt sich mit der Sprachpolitik Dänemarks im Rahmen nationalen und internationalen Rechts und kommt anhand eines Vergleichs mit anderen europäischen Ländern zu dem Schluss, dass Dänemark hier eine Mittelstellung zwischen einer sehr restriktiven und einer eher liberalen sprachpolitischen Praxis einnimmt.

Sabrina Schütz geht der Frage nach, wie sich das in Schleswig-Holstein gesprochene Südschleswigdänische varietätentypologisch charakterisieren lässt. Dabei verwirft sie letztlich alle in der Literatur vorgeschlagenen Einordnungen zu einem der gängigen Varietätentypen. Stattdessen entwickelt einen Kriterienkatalog mit funktionalen und anderen Varietätenmerkmalen, mit deren Hilfe sie das Südschleswigdänische präziser klassifizieren kann.

Sarah Wauer nimmt die sprachenpolitische Stellung des Dänischen in der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein unter die Lupe und vergleicht die rechtlichen Rahmenvorgaben mit der Realität unter anderem in den Bereichen der Bildungs- und Medienpolitik.

Benjamin Frahm wendet (in einer von mir mitbetreuten Arbeit in der Anglistik) den Ansatz der Diasystematischen Konstruktionsgrammatik auf das Jamaikanische Kreolische im synchronen Kontakt mit dem Englischen an und stellt fest, dass sich exemplarisch analysierte Merkmale sinnvoll in diesem theoretischen Rahmen beschreiben und verstehen lassen.

Staatsexamensarbeit

Henrike Messer vergleicht (in einer von mir mitbetreuten Arbeit in der Germanistik) deutsche und schwedische Multiethnolekte (Kiezdeutsch und förortssvenska) und arbeitet eine Reihe struktureller und funktionaler Gemeinsamkeiten heraus, die an die aktuelle Diskussion anknüpfen.