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Bachelorarbeit: Fennizismen im Finnlandschwedischen

Finnland ist offiziell zweisprachig, mit Finnisch und Schwedisch als landesweit verwendeten Amtssprachen; eine Ausnahme bildet das schwedisch einsprachige Åland. Dabei weicht das Finnlandschwedische vom Schwedenschwedischen in manchen Strukturbereichen auffällig ab, insbesondere die gesprochene Sprache der schwedischsprachigen Minderheit. Aus Laiensicht besonders auffällig sind lexikalische Besonderheiten, also Wörter, die im Schwedenschwedischen nicht vorkommen (Finnlandismen). Solche Wörter entstehen in verschiedenen Zusammenhängen, manche von ihnen auch durch den engen Kontakt zum Finnischen, der zur Entlehnung finnischen Wortmaterials führt (Fennizismen).

In ihrer Bachelorarbeit untersucht Eloisa Ruppert anhand einer Korpusanalyse mit Korp, wie häufig solche Fennizismen im Finnlandschwedischen vorkommen und wie sie sich auf verschiedene geographische und kommunikative Kontexte verteilen. Dabei untersucht sie

  • die Regionen Åboland, Nyland, Österbotten und Åland sowie
  • verschiedene Texttypen bzw. Register, nämlich Rechtstexte, Zeitungstexte, Belletristik und gesprochene Sprache.

Die Analyse zeigt, dass die Frequenz von Fennizismen in distanzsprachlicher Kommunikation gering ist und mit zunehmender kommunikativer Nähe ansteigt. Hinzu kommt bei Zeitungstexten und in gesprochener Sprache eine geographische Differenzierung: Geringe Frequenzen weisen Åland und Österbotten auf, in südlicheren Regionen des Festlands liegen die Werte dagegen höher.

Bachelorarbeit: Niederdeutsche Lehnwörter im Gegenwartsschwedischen

Lehnwörter aus dem Deutschen sind aus dem Lexikon der festlandskandinavischen Sprachen nicht wegzudenken. Ihr Ursprung liegt vor allem im Sprachkontakt mit dem im späten Mittelalter dominierenden Mittelniederdeutschen als Sprache der Hansekaufleute und der deutschen Immigranten, die einen enormen gesellschaftlichen und sprachlichen Einfluss ausübten. Jenny Voß geht in ihrer Bachelorarbeit der Frage nach, mit welcher Häufigkeit und in welcher Verteilung auf heutige Texttypen der niederdeutsche Lehnwortschatz im Gegenwartsschwedischen tatsächlich gebraucht wird. Ihre Analyse stützt sich auf eine Auswertung einer anhand moderner Zeitungstexte zufällig generierten Auswahl von Lehnwörtern und deren Vorkommen in einem entsprechenden Korpus mithilfe des Tools Korp. Ihre Ergebnisse zeigen, dass mittelniederdeutsche Wörter noch heute präsent sind, sich aber unterschiedlich au Wortklassen und semantische Felder verteilen.