Sommersemester 2012

Diachrone Sprachwissenschaft

Eigenständige Lektüre, Master (Nr. 051381)

Mit der eigenständigen Lektüre üben Sie, sich zwar mit Anleitung, aber in eigener Verantwortung in einen begrenzten thematischen Bereich einzuarbeiten – eine Schlüsselqualifikation für das wissenschaftliche Arbeiten. Hier bearbeiten Sie zwei selbst gewählte Themen aus diachroner Perspektive.

Geeignete Bereiche, aus denen Sie sich zwei Schwerpunktthemen erarbeiten können, werden gemeinsam mit ersten Literaturhinweisen vorgegeben. Nach Absprache sind auch andere Themen möglich.

Die eigenständige Lektüre wird mit einer zehnminütigen mündlichen Prüfung auf der Grundlage eines einseitigen Thesenpapiers abgeschlossen, das Sie in Absprache mit mir rechtzeitig einreichen.

Morphologische Strategien

Vorlesung und Übung, Master (051382/050901)
Do, 10–12, OS75/S3 184

In der Morphologie geht es um die Bildung von Wörtern und Wortformen mit komplexer Bedeutung, die mehrere Teilbedeutungen kombinieren: Eine Form wie schw. flickornas lässt sich in mehrere Einzelteile mit teils lexikalischer, teils grammatischer Bedeutung zerlegen und als Flexionsform analysieren, in der verschiedene grammatische Merkmale enthalten sind. Aber welche sind das genau? Und wie genau werden sie ausgedrückt? Das sind die zentralen Fragestellungen des Seminars.

Bei der Suche nach den Antworten werden verschiedene morphologische Strategien erkennbar, d. h. Verfahren der Abbildung von (grammatischen) Bedeutungen auf sprachliche Elemente unterschiedlicher Art. In der Vorlesung und der Übung beschäftigen wir uns im Detail mit der Frage, welche Strategien und grammatischen Kategorien in den skandinavischen Sprachen überhaupt vorkommen und wie sich die einzelnen Sprachen hier unterscheiden. Dabei wird deutlich werden, dass nicht nur große Unterschiede zum Deutschen bestehen, sondern dass sich auch die skandinavischen Sprachen untereinander teils stark unterscheiden. Wir werden auch sehen, dass dies etwas mit der sprachgeschichtlichen Entwicklung zu tun hat, die in den einzelnen Sprachen (und teils in einzelnen Dialekten) zu verschiedenen Ergebnissen geführt hat.

Phonetik und Phonologie der skandinavischen Sprachen

Seminar, Bachelor/Master (051380)
Mi, 16–18, LS1 186a

Sprechen ist vieles: kreative Tätigkeit, soziale Aktivität, regelgeleiteter Informationsaustausch – und eben auch ein biologischer und akustischer Vorgang. In diesem Seminar geht es einerseits um die physiologischen und physikalischen Grundlagen der lautsprachlichen Kommunikation, andererseits ganz konkret um die Funktion der Laute und den Aufbau der Lautsysteme in den skandinavischen Sprachen.

Systematisch mit einbezogen wird dabei der Bereich der lautlichen Variation: Warum klingt der Bergener Dialekt charakteristisch? Was unterscheidet Finnlandschwedisch von anderen regionalen Standards? Woran erkennt man eine klassische Bühnenaussprache im Dänischen?

Neben sprachwissenschaftlichen Grundbegriffen vertiefen wir in diesem Seminar auch den praktischen Umgang mit dem Internationalen Phonetischen Alphabet und beschäftigen uns mit den vielen phonetisch-phonologischen Besonderheiten der skandinavischen Sprachen, die auch für Sprachlerner ein erhebliches Hindernis darstellen können (die Tonakzente im Norwegischen und Schwedischen, der Stoßton im Dänischen, stimmlose Nasale im Isländischen, lange Konsonanten, …).

Schriftsysteme und Schriftlichkeit

Seminar, Bachelor/Master (Nr. 051379)
Mi, 8–10, LS1 186a

Was unterscheidet eigentlich gesprochene und geschriebene Sprache? Dieser Frage – die viel weniger trivial ist, als sie zunächst klingt – geht dieses Seminar nach. Dabei bildet der Unterschied zwischen Schrift als Medium und Schriftlichkeit als Kommunikationstyp den Ausgangspunkt.

Wir analysieren zum einen, wie die skandinavischen Sprachen schriftlich realisiert werden (welche Beziehung besteht zwischen Schriftzeichen und Einheiten der gesprochenen Sprache? welcher Typ von Schriftsystem liegt vor? welche Rolle spielen grammatische Merkmale dabei?), zum anderen untersuchen wir charakteristische Rahmenbedingungen und sprachliche Merkmale schriftlicher Kommunikation (wer schreibt an wen? in was für Situationen? was hat das für Konsequenzen für die verwendeten sprachlichen Formen?).

Theorien zu Schrift und Schriftlichkeit bilden den Rahmen für eine kontrastive Analyse der skandinavischen Sprachen, in die – bei Bedarf – auch historische Aspekte und ein Vergleich mit dem Deutschen einbezogen werden können.

Skandinavien aus areallinguistischer Perspektive

Seminar, Bachelor/Master (Nr. 051016)
Fr, 14–16, LS8 201/2

Benachbarte Sprachen ähneln sich oft – sie haben gemeinsame strukturelle Eigenschaften, deren Verbreitung über die Sprachgrenze(n) hinweg sich auf einer Karte darstellen lassen. Um solche Phänomene geht es in diesem Seminar: Welche sprachlichen Merkmale der skandinavischen Sprachen (lautlicher, lexikalischer, grammatischer, pragmatischer Art) lassen sich in einem arealen Zusammenhang betrachten? Welche geographische Reichweite hat diese areale Beziehung? Wie lässt sie sich erklären?

Hier spielen vor allem zwei Faktoren eine Rolle, nämlich die genealogische Verwandtschaft (z. B. zwischen Dänisch und Schwedisch) und der historische Kontakt zwischen Sprachen (etwa zwischen Schwedisch und Deutsch). Eine areallinguistische Perspektive bietet sich angesichts der sehr kontaktintensiven Geschichte der skandinavischen Sprachen also geradezu an.

Wir versuchen dabei, die bloße Bestandsaufnahme so weit wie möglich mit sprachgeschichtlichen Erklärungen zu verbinden. Dazu beschäftigen wir uns auch mit den typologischen Grundlagen einer sprachübergreifenden Betrachtung.

Synchrone Sprachwissenschaft

Eigenständige Lektüre, Master (Nr. 051280)

Mit der eigenständigen Lektüre üben Sie, sich zwar mit Anleitung, aber in eigener Verantwortung in einen begrenzten thematischen Bereich einzuarbeiten – eine Schlüsselqualifikation für das wissenschaftliche Arbeiten. Hier bearbeiten Sie zwei selbst gewählte Themen aus synchroner Perspektive.

Geeignete Bereiche, aus denen Sie sich zwei Schwerpunktthemen erarbeiten können, werden gemeinsam mit ersten Literaturhinweisen vorgegeben. Nach Absprache sind auch andere Themen möglich.

Die eigenständige Lektüre wird mit einer zehnminütigen mündlichen Prüfung auf der Grundlage eines einseitigen Thesenpapiers abgeschlossen, das Sie in Absprache mit mir rechtzeitig einreichen.

Sprachwissenschaftlich forschen, schreiben, präsentieren

Kolloquium, Bachelor/Master (Nr. 051428)
Mi, 10–12, jede zweite Woche, LS8 215

Wissenschaftliches Arbeiten ist ein ganz wesentlicher Bestandteil des Studiums – Sie lesen wissenschaftliche Artikel, Sie diskutieren wissenschaftliche Probleme in Seminaren, Sie beschäftigen sich mit eigenen Untersuchungen, Sie präsentieren Ihre Arbeit in Referaten und Hausarbeiten. In diesem Kolloquium geht es um die äußerst wichtigen, aber oft vernachlässigten methodischen und technischen Aspekte wissenschaftlichen Arbeitens. Wir diskutieren Ihre eigenen Projekte (Referate, Hausarbeiten oder Lektüreaufgaben) vor allem in der Sprachwissenschaft. Dabei interessieren uns Fragen wie die folgenden:

Wie entwickelt man eine sinnvolle Fragestellung? Wie geht man bei der (Literatur-)​Recherche vor? Wie liest man einen wissenschaftlichen Text? Wie gliedert man ein Referat oder eine Hausarbeit? Wie gestaltet man eine Präsentation? Wie argumentiert man? Wie belegt man etwas? Wem glaubt man? Was ist guter Stil? Wie zitiert man?

Sie haben in dieser Veranstaltung also die Gelegenheit, sich für Ihre Projekte professionelle Hilfe zu holen und sich gegenseitig zu unterstützen – dabei üben Sie handwerkliche Fähigkeiten, die Sie gerade auch für Abschlussarbeiten benötigen.

Das Kolloquium ist freiwillig und für alle Studierende offen. Wenn Sie sich anmelden, ist die Teilnahme aber verbindlich. Erwartet wird die aktive Beteiligung aller Teilnehmer sowie die Bereitschaft zur Diskussion über die eigene wissenschaftliche Arbeit.

Typologie der skandinavischen Sprachen

Eigenständige Lektüre, Bachelor/Master (051078)

Mit der eigenständigen Lektüre üben Sie, sich zwar mit Anleitung, aber in eigener Verantwortung in einen begrenzten thematischen Bereich einzuarbeiten – eine Schlüsselqualifikation für das wissenschaftliche Arbeiten. In diesem Fall geht es um typologische Merkmale der skandinavischen Sprachen: Sie verschaffen sich einen Überblick über wesentliche strukturelle Merkmale der skandinavischen Sprachen insgesamt und vertiefen Ihre Kenntnisse im Detail durch einen kontrastiven Vergleich zwischen zwei Sprachen, die Sie selbst wählen (Ihre Hauptsprache + eine weitere), und zwar in zwei Teilbereichen. (Beispiel: Vergleich zwischen Schwedisch und Isländisch im Hinblick auf Phonologie und Syntax.) Damit erweitern Sie zugleich auch Ihre Kenntnisse in einer zweiten skandinavischen Sprache.

Die eigenständige Lektüre wird mit einer einstündigen Klausur abgeschlossen, in der Sie in einem eigenen Text wesentliche Merkmale in den jeweils erarbeiteten Bereichen darstellen.