Masterarbeit: Dänischlernstrategien an der Universität

Nicht alle lernen gleich, auch nicht dieselbe Sprache: Lena Prenzler ist in ihrer Masterarbeit Unterschieden bei den Lernstrategien von Dänischlernern an der Universität auf den Grund gegangen. Dabei hat sie eine Reihe von Variablen untersucht: Verwenden Anfänger andere Strategien als Fortgeschrittene, Männer andere als Frauen, Erfolgreiche andere als Schwächere? Und hängt die Wahl der Strategien mit der Einstellung der Lerner zum Dänischen oder mit der Motivation für den Spracherwerb zusammen?

Dabei ergeben sich zum Teil erwartbare, zum Teil aber auch überraschende Befunde. So greifen Fortgeschrittene Lerner häufiger zu Strategien, die auf die Auseinandersetzung mit authentischen dänischen Texten und natürlichen Kommunikationssituationen hinauslaufen, während Anfänger eher Strategien wählen, die auf das Auswendiglernen sprachlicher Elemente abzielen. Einen ähnlichen Unterschied gibt es zwischen erfolgreicheren und schwächeren Lernern. Zugleich machen die Ergebnisse aber auch deutlich, dass die Zusammenhänge komplex sind, und man einfache Schlüsse (etwa „wer erfolgreich Dänisch lernen will, muss sich möglichst viel natürlichen Kommunikationssituationen aussetzen“) nicht zutreffen müssen – es gibt auch Lernertypen, die sich anders verhalten.

Aufschlussreich ist auch, dass Männer im Durchschnitt häufiger technische Hilfsmittel wie Apps zum Dänischlernen nutzen als Frauen, die dafür häufiger gezielt darauf setzen, Dänischsprachige kennenzulernen. Darüber hinaus neigen Frauen insgesamt mehr zur gezielten Verwendung bestimmter Strategien als Männer.

Als Konsequenz aus ihrer Studie schlägt Lena Prenzler ein Lernstrategietraining vor, das den Lernern die Auswahl unter verschiedenen geeigneten Lernstrategien ermöglicht.

Masterarbeit: schwedischer Akzent im Deutschen

Einen schwedischen Akzent im Deutschen zu erkennen fällt Sprechern, die mit beiden Sprachen vertraut sind, häufig recht leicht; zu benennen, woran man ihn erkennt, ist dagegen ungleich schwerer. Katharina Micheel hat in ihrer Masterarbeit die deutsche und die schwedische Phonologie miteinander verglichen und vor diesem Hintergrund die deutsche Aussprache bei L2-Sprechern mit schwedischer Erstsprache analysiert, und zwar sowohl bei Sprechern in Deutschland mit recht hohem Kompetenzgrad als auch bei Sprechern in Schweden, die im L2-Erwerb weniger weit fortgeschritten sind.

Dabei zeigt sich, dass nicht-zielsprachliche Aussprache wie erwartet vor allem dort auftritt, wo größere Unterschiede in der Phonologie bestehen. Das betrifft zum einen Segmente – die Vokalqualitäten, die stimmlosen Frikative, das stimmhafte [z], Affrikaten wie [ts] und [pf] – aber auch größere lautliche Einheiten, etwa wenn die Probanden Affixe wie -el oder -en schriftnah als Verbindungen von [ə] und Konsonanten realisieren und nicht zielsprachlich korrekt mit den silbischen Konsonanten [l̩ m̩ n̩ ŋ̩]. Insgesamt zeigt sich auch, dass die untersuchten Probanden im Vergleich zu früheren Studien mehr und andere Abweichungen von der zielsprachlichen Norm produzieren – hier lässt sich über Ursachen bislang nur spekulieren.

Stellenausschreibung: studentische/wissenschaftliche Hilfskraft, Fachbibliothek

Zum 15. 10. 2016 ist am Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft (ISFAS), Abteilung Skandinavistik, eine Hilfskraftstelle für 1 Jahr zu besetzen; eine Verlängerung ist unter Vorbehalt möglich.

Die Arbeitszeit beträgt 30 Stunden/Monat (studentische Hilfskraft ohne Abschluss) oder 27 Stunden/Monat (wissenschaftliche Hilfskraft mit BA).

Das Aufgabengebiet umfasst die Mitarbeit in der Fachbibliothek Skandinavistik.

Vorausgesetzt werden

  • Team- und Organisationsfähigkeit
  • sicherer Umgang mit gängiger Bürosoftware und einfachen Onlinetools
  • Lesefähigkeit in den festlandskandinavischen Sprachen

Bitte richten Sie Ihre schriftliche Bewerbung bis Mittwoch, den 14.09.2016, über das Geschäftszimmer Skandinavistik (LS8 218) an Prof. Dr. Steffen Höder.

Für Nachfragen erreichen Sie Herrn Höder am besten per Mail (s.hoeder@isfas.uni-kiel.de).

Linguistischer Workshop

Am Sonnabend, dem 2. 7. 2016, 13.00–17.15 Uhr, findet in LS 8 225/8 wieder der Linguistische Workshop statt. Alle Studierenden und Interessierten sind herzlich eingeladen; für Kaffee und Tee ist wie immer gesorgt.

In diesem Semester haben wir folgendes Programm:

13.00

Begrüßung

13.15

Semesterbericht

13.45

gemeinsame Diskussion zu den neuen Studienordnungen
Einführung in die skandinavistische Linguistik

14.15

Pause

14.30

Eloisa Ruppert
Lexikalische Fennismen im Finnlandschwedischen

15.00

Postersession

15.45

gemeinsame Diskussion zu den neuen Studienordnungen
Interskandinavische Lesekompetenz

16.00

Pause

16.15

Tuarik Buanzur
Kontrastierende laryngale Aktivitäten
als distinktive Merkmale im Areal Nordeuropa

16.45

gemeinsame Diskussion
Skandinavistik und Dänisch

17.15

Ende

Die Vorträge dauern 20 Minuten mit 10 Minuten Zeit für eine Diskussion und eine kurze Pause.

Masterarbeit: Deutsch und Dänisch bei nordschleswigdeutschen Schülern

EXMARaLDA"/

Dass in der deutschen Minderheit in Nordschleswig/Südjütland Deutsch und Dänisch (und das regionale Südjütisch) verwendet werden, ist allgemein bekannt und in der Forschung recht gut beschrieben. Nathalie Liefke hat in ihrer Masterarbeit nun ein selbst erstelltes und mit EXMARaLDA annotiertes digitales Korpus von Gesprächen unter Schülern einer Schule in Apenrade/Aabenraa auf zweisprachigen Sprachgebrauch hin untersucht: Was für Formen von Codeswitching, strukturellem Transfer und anderen Sprachkontaktphänomenen kommen hier vor? Gibt es Zusammenhänge zu den jeweiligen Gesprächskontexten und individuellen Sprecherprofilen bzw. Sprachbiographien? Insgesamt bestätigt die Arbeit dabei großenteils die Ergebnisse früherer Forschung, in einigen Punkten weichen die Resultate aber auch von den Erwartungen ab; eine mögliche Ursache ist die Zusammensetzung der untersuchten Sprechergruppe.

Stellenausschreibung: studentische/wissenschaftliche Hilfskraft, Fachbibliothek

Zum 1. 9. 2016 ist am Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft (ISFAS), Abteilung Skandinavistik, eine Hilfskraftstelle für zunächst 4 Monate zu besetzen; eine Verlängerung ist unter Vorbehalt möglich.

Die Arbeitszeit beträgt 30 Stunden/Monat (studentische Hilfskraft ohne Abschluss) oder 27 Stunden/Monat (wissenschaftliche Hilfskraft mit BA).

Das Aufgabengebiet umfasst die Mitarbeit in der Fachbibliothek Skandinavistik.

Vorausgesetzt werden

  • Team- und Organisationsfähigkeit
  • sicherer Umgang mit gängiger Bürosoftware und einfachen Onlinetools
  • Lesefähigkeit in den festlandsskandinavischen Sprachen

Bitte richten Sie Ihre schriftliche Bewerbung bis Freitag, 8. 7. 2016, über das Geschäftszimmer Skandinavistik (LS8 218) an Prof. Dr. Steffen Höder.

Für Nachfragen erreichen Sie mich am besten per Mail (s.hoeder@isfas.uni-kiel.de).

Masterarbeit: Genussysteme in norwegischen Kontaktvarietäten

kvendrakta1[1]Skandinavien ist insgesamt durch sprachliche Diversität und eine Vielzahl von Sprachkontaktkonstellationen geprägt. Aber wie wirkt sich das auf die Entwicklung der sprachlichen Strukturen aus? Mit zwei solchen Fällen beschäftigt sich Bente Hartmanns Masterarbeit, die die Auswirkungen des Sprachkontakts auf das norwegische Genussystem in nordnorwegischen Dialekten und dem Osloer Multiethnolekt vergleicht.

37240Dabei untersucht sie die Konsequenzen des Sprachkontakts zwischen Norwegisch, Samisch und Kvenisch einerseits und der Entwicklung in einem sprachlich heterogenen urbanen Milieu andererseits. Dabei zeigen sich in beiden Fällen Reduktionen des Genussystems (von maximal drei über zwei Genera bis zum Extremfall des Verschwindens von Genus als grammatischer Kategorie). Allerdings lassen sich diese Entwicklungen nicht völlig parallel erklären. Zwar gibt es Gemeinsamkeiten der beiden Kontaktkonstellationen, aber je stärker die sprachsozialen Bedingungen im Detail betrachtet werden, desto deutlicher werden die Unterschiede in den zugrunde liegenden Sprachwandelmechanismen.

Stellenausschreibung: wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in Fachdidaktik Dänisch

(Übernommen von der Website der CAU Kiel)

Am Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft (ISFAS) der Christian- Albrechts- Universität zu Kiel ist ab dem 01. Oktober 2016 die Stelle einer/eines

wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters

befristet bis zum 30. September 2020 zu besetzen.

Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt die Hälfte der einer/eines entsprechend Vollbeschäftigten (zz. 19,35 Stunden). Das Entgelt richtet sich nach Entgeltgruppe 13 TV-L. Die Lehrverpflichtung beträgt 4,5 Lehrveranstaltungsstunden (LVS).

Von der Stelleninhaberin/ dem Stelleninhaber werden folgende Tätigkeiten erwartet:

Abhaltung von Lehrveranstaltungen im Bereich der Fachdidaktik des Dänischen Im Bachelor- und Masterstudiengang Dänisch einschließlich der damit verbundenen Prüfungen und Betreuung der Studierenden
Mitarbeit bei der Verwaltung der Studiengänge und der dazugehörigen Module
Mitarbeit bei der Seminarverwaltung.

Einstellungsvoraussetzung ist neben einem abgeschlossenen Lehramtsstudium Dänisch (MEd oder äquivalenter Abschluss) ein hohes Kompetenzniveau im Dänischen und sehr gute Kenntnisse in dänischer Sprach- und/ oder Literaturwissenschaft sowie ein hohes Maß an sozialer Kompetenz. Im Rahmen dieser Stelle ist eine wissenschaftliche Weiterqualifikation (Promotion) prinzipiell möglich.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist bestrebt, den Anteil von Wissenschaftlerinnen in Forschung und Lehre zu erhöhen und fordert deshalb entsprechend qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Frauen werden bei gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorrangig berücksichtigt.

Die Hochschule setzt sich für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ein. Daher werden schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Ausdrücklich begrüßen wir es, wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund bei uns bewerben.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Zeugnisse, Lebenslauf, Angabe von Referenzen) sind bis zum 01. Juni 2016 zu richten an:

Professor Dr. Steffen Höder
Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft
der Christian- Albrechts- Universität zu Kiel
-Skandinavistik-
Christian- Albrechts- Platz 4
24098 Kiel
Tel. +49431/8802341
E-Mail: s.hoeder@isfas.uni-kiel.de

Hier werden gegebenenfalls auch weitere Auskünfte zur Stelle erteil

Stellenausschreibung: studentische/wissenschaftliche Hilfskraft, ATDS

Zum 1. 7. 2016 ist am Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft (ISFAS), Abteilung Skandinavistik, eine Hilfskraftstelle für zunächst 1 Jahr zu besetzen.

Die Arbeitszeit beträgt 30 Stunden/Monat (studentische Hilfskraft ohne Abschluss) oder 27 Stunden/Monat (wissenschaftliche Hilfskraft mit BA).

Das Aufgabengebiet umfasst die Mitarbeit in der Vorbereitung und Organisation der Arbeitstagung der Skandinavistik, die 2017 an der CAU Kiel stattfinden wird. Dazu gehören insbesondere

  • die Erstellung von digitalen und Print-Materialien, z.B. Infoflyern, Programmheften, Stadtplänen u. a.
  • die Betreuung der Tagungswebsite
  • die Abwicklung des Anmeldeverfahrens und Kontakt zu Teilnehmern im Hinblick auf organisatorische Fragen
  • Verwaltungsaufgaben im Finanzbereich
  • administrative Zuarbeiten
  • Teilnahme an den Planungstreffen

Vorausgesetzt werden

  • Team- und Organisationsfähigkeit
  • sicherer Umgang mit gängiger Bürosoftware und einfachen Onlinetools
  • sichere Lesefähigkeit in den festlandsskandinavischen Sprachen sowie aktive Beherrschung einer festlandskandinavischen Sprache

Bitte richten Sie Ihre schriftliche Bewerbung bis Freitag, 6. 5. 2016, über das Geschäftszimmer Skandinavistik (LS8 218) an Henrike Fürstenberg (h.fuerstenberg@isfas.uni-kiel.de).

Vortrag: Wenker-Sätze (Marburg)

südjütischer Wenker-Bogen von Hoxtrup (heute Gemeinde Viöl, Kreis Nordfriesland, Schleswig-Holstein)Die Dialekterhebungen Georg Wenkers Ende des 19. Jahrhunderts (1876–1887) gelten als Pionierleistung der deutschen Dialektologie. Wenker ermittelte über an die Lehrer in den Schulorten des damaligen Deutschen Reichs verschickte Fragebögen (die sogenannten Wenker-Bögen) dialektale Übersetzungen standarddeutscher Beispielsätze, aus denen er dann die geographische Verteilung bestimmter Merkmale in den deutschen Dialekten ableitete. Seine Ergebnisse sind bis heute für die deutsche Dialektologie relevant.

Weniger bekannt ist, dass Wenker neben den deutschen auch die nicht-deutschen Dialekte auf damals deutschem Territorium in seine Untersuchung einbezog. Folglich gibt es Wenker-Bögen auch in einer Reihe von Minderheitensprachen, darunter auch Dänisch auf dem Gebiet des ehemaligen Herzogtums Schleswig (heute Südjütland und das nördliche Schleswig-Holstein). Weil diese nicht-deutschen Bögen bisher in der Forschung kaum beachtet worden sind, hat sich nun eine Tagung in Marburg (29. 2.–3. 3. 2016) diesem Thema gewidmet, bei der Christoph Winter und ich einen Vortrag zum Wert und zur Plausibilität der südjütischen Wenker-Bögen beigetragen haben (Deutsches im Südjütischen, Südjütisch im deutschen Dialektatlas. Zur Plausibilität der südjütischen Wenker-Materialien). Dabei konnten wir zeigen, dass die Wenker-Bögen im Hinblick auf im Sprachkontakt zum Deutschen relevante (morpho-)syntaktische Merkmale durchaus sinnvolle Analysen erlauben, und zwar trotz aller Vorbehalte, die man aus anderen Perspektiven gegen diese Materialien anführen muss.