Grammatische Arealität in Nordeuropa und Norddeutschland (GrammArNord)

Zwischen Norddeutschland und Nordeuropa – besonders dem skandinavischen Festland – gibt es enge historische Verbindungen, vor allem durch die unmittelbare geographische Nachbarschaft und den dadurch bedingten stabilen und intensiven Sprachkontakt an der deutsch-dänischen (Sprach-)Grenze, die wirtschaftlichen Kontakte über die Handelswege Nord- und Ostsee seit der Hansezeit, die kulturelle Vorbildfunktion Deutschlands für Nordeuropa über Jahrhunderte hinweg sowie die lange politische Zugehörigkeit Schleswig-Holsteins zu Dänemark.

Dass das Niederdeutsche (indirekt auch das norddeutsche Hochdeutsch) und die nordischen Sprachen (nicht zuletzt dänische Dialekte) aufgrund dieser gemeinsamen Geschichte auch sprachlich viele Gemeinsamkeiten aufweisen, ist bekannt, vor allem im Hinblick auf bestimmte lexikalische Entwicklungen im Skandinavischen. Interessant sind deshalb vor allem die Zusammenhänge auf anderen sprachlichen Ebenen, vor allem in Morphologie und Syntax.

Das Projekt GrammArNord blickt aus areal- und kontaktlinguistischer Perspektive auf areale Bezüge zwischen nordischen und (nord-)deutschen Varietäten. Ziel ist dabei die Entwicklung einer areallinguistischen Datenbank, die Sprachen und Varietäten im nordeuropäisch-norddeutschen Raum erfasst und geotemporal referenziert, sodass grammatische Merkmale dann in ihrer Distribution im mehrdimensionalen kommunikativen Raum analysiert und im Hinblick auf relevante kontaktlinguistische Szenarien im Detail beschrieben werden können.

Neuigkeiten | Literatur

  • Höder, Steffen. 2017. „Das Südschleswiger Südjütisch im Spiegel der Wenker-Daten“. Sprachwissenschaft (Arbeitskreis), 23. Arbeitstagung der Skandinavistik (ATdS 23), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 27.–29. 9. 2017.
  • Höder, Steffen. 2016 „Niederdeutsch und Nordeuropa: Eine Annäherung an grammatische Arealität im Norden Europas“. Niederdeutsches Jahrbuch 139, 103–129.
  • Höder, Steffen. 2016. „Schlechte Sprache, schlechte Daten – oder was? Südschleswiger Jütisch in deutschen Dialekterhebungen des 19. Jahrhunderts“. Gastvortrag, Europa-Universität Flensburg, 13. 12. 2016.
  • Höder, Steffen & Christoph Winter. 2016. „Deutsches im Südjütischen, Südjütisch im deutschen Dialektatlas. Zur Plausibilität der südjütischen Wenker-Materialien“. Minderheitensprachen und Sprachminderheiten. Deutsch und seine Kontaktsprachen in der Dokumentation der Wenker-Materialien, Marburg, 29. 2.–3. 3. 2016.
  • Höder, Steffen. 2015. „Niederdeutsches in nordeuropäischen Arealen“. 128. Jahrestagung des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung, Tallinn, 25.–28. 5. 2015.
  • Höder, Steffen. 2015. „Sprachen im Raum: ein areallinguistischer Blick auf Norddeutschland und Nordeuropa“. Plenarvortrag, 22. Arbeitstagung der Skandinavistik (ATdS 22), Universität Köln, 29. 9.–1. 10. 2015.
  • Höder, Steffen. 2013. „Morphosyntaktische Arealität zwischen Deutsch und Skandinavisch“. Vortrag, Sprachwissenschaftliches Kolloquium, Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 19. 12. 2013.
  • Braunmüller, Kurt & Steffen Höder. 2012. „The history of complex verbs in Scandinavian re­visited: only influence due to contact with Low German?“. In: Lennart Elmevik & Ernst Håkon Jahr (Hgg.), Contact between Low German and Scandinavian in the Late Middle Ages – 25 years of research (Acta Academiae Regiae Gustavi Adolphi 121), Uppsala: Kungl. Gustav Adolfs Akademien för svensk folkkultur, 151–169.
  • Höder, Steffen. 2012. „Der is wieder bei und malt Karten. Niederdeutsche Syntax aus nordeuropäischer Sicht“. Germanistische Linguistik 220, 181–201.
  • Höder, Steffen. 2011. „Dialect convergence across language boundaries. A challenge for areal linguistics“. In: Frans Gregersen, Jeffrey K. Parrott & Pia Quist (Hgg.), Language variation – European perspectives III. Selected papers from the 5th International Conference on Language Variation in Europe (ICLaVE 5), Copenhagen, June 2009 (Studies in language variation 7), Amsterdam/Philadelphia: Benjamins, 173–184.