Archiv der Kategorie: Forschung

neue Mitarbeiterin: nachhaltige Nutzbarkeit skandinavischer Sprachkorpora

Seit dem 1. 8. 2017 ist Iben Nyholm Debess Mitarbeiterin in einem neuen einjährigen Projekt (Nachhaltige Nutzbarkeit skandinavischer Sprachkorpora), das beim Fachinformationsdienst Nordeuropa angesiedelt ist und unter meiner fachlichen Leitung steht. In diesem Projekt geht es um die Aufbereitung älterer skandinavischer Sprachkorpora, die technisch und inhaltlich auf einen Stand gebracht werden sollen, der den Ansprüchen heutiger Korpuslinguistik an Transkription, Annotation und Dokumentation genügt. Das Projekt arbeitet dabei mit dem Hamburger Zentrum für Sprachkorpora zusammen. Die aufbereiteten Korpora sollen nach Abschluss des Projekts über den Fachinformationsdienst online zugänglich gemacht werden.

Vorträge Januar bis Mai 2017

Rückblick auf die ersten Monate des Jahres: Von Januar bis Mai sind verschiedene Vorträge entstanden.

In Vorträgen in Stockholm und Berlin habe ich aus der Perspektive des Projekts GrammArNord über areale Zusammenhänge zwischen deutschen und skandinavischen Varietäten berichtet. Dabei ging es in dem Stockholmer Vortrag Wie deutsch ist Skandinavisch? Und wie skandinavisch ist (manches) Deutsch? vor allem um die Auswirkungen des jahrhundertealten deutsch-skandinavischen Sprachkontakts auf unterschiedliche Varietäten des Nonstandardbereichs, die sich in einem sprachenübergreifenden kommunikativen Raum darstellen lassen, der durch geographische und nicht-geographische Dimensionen strukturiert ist. Ein Beispiel ist einerseits die in Norwegen als ‚garpe-Genitiv‘ bezeichnete Possessivkonstruktion wie in dama si bok ‚das Buch der Frau‘, die ursprünglich aus kontinentalwestgermanischen Varietäten über das Niederdeutsche in westnorwegische Dialekte übernommen worden ist (vgl. hd. der Frau ihr Buch, nd. de Fru ehr Book). Heute findet sich diese Konstruktion auch in anderen Dialektregionen, im Nynorsk sowie zunehmend auch in bokmålnaher Umgangssprache; sie breitet sich also im norwegischen Varietätenspektrum sowohl horizontal als auch vertikal aus. Ein Beispiel für die umgekehrte Wirkrichtung ist die als typisch dänisch bekannte Sonorisierung intervokalischer Plosive (dän. klusilsvækkelse), die sich auch in den nördlichsten hoch- und niederdeutschen Varietäten findet (vgl. norddeutsch Jacke [ˈjaɡə]). Nach Süden hin ist sie aber weniger stark obligatorisch und dann zum Teil stärker sozial und situativ differenziert; ein Extremfall ist die Refunktionalisierung als Genremarker im deutschen Hiphop, die wohl über die Rolle Hamburgs als frühes Hiphophochburg zu erklären ist.

Höder, Steffen. 2017. „Wie deutsch ist Skandinavisch? Und wie skandinavisch ist (manches) Deutsch?“. Gastvortrag, Stockholms universitet, 21. 2. 2017.

Der Vortrag Skandinavisches im Deutschen und umgekehrt: kontaktbedingter Grammatikwandel aus arealer Perspektive an der Berliner Humboldt-Universität konzentrierte sich auf die Frage, wie die Entstehung grammatischer Arealismen in verschiedenen deutsch-skandinavischen Kontaktkonstellationen aus dem Blickwinkel einschlägiger Modelle zum Grammatikkontakt zu interpretieren ist, darunter Heines & Kutevas Modell der kontaktbedingten Grammatikalisierung, Johansons Ansatz zum Kodekopieren und mein eigenes Modell der Diasystematischen Konstruktionsgrammatik.

Höder, Steffen. 2017. „Skandinavisches im Deutschen und umgekehrt: kontaktbedingter Grammatikwandel aus arealer Perspektive“. Gastvortrag, Humboldt-Universität zu Berlin, 24. 1. 2017.

Stärker ins Detail ging der Vortrag Variationssensitive Arealtypologie zwischen Elbe und Nordkap – Werkstatt­bericht zum Kieler Projekt GrammArNord, der den aktuellen Arbeitsstand im Projekt einschließlich der theoretischen und methodischen Grundlagen darstellte und anhand von Pilotstudien illustrierte. Das ausführliche Handout dazu findet sich bei [Academia.edu].

Höder, Steffen. 2017. „Variationssensitive Arealtypologie zwischen Elbe und Nordkap – Werkstatt­bericht zum Kieler Projekt GrammArNord“. Gastvortrag, Humboldt-Universität zu Berlin, 24. 1. 2017.

In einem Vortrag in Göteborg habe ich unter dem Titel Sådan skal det lyde! Fonetikens betydelse för danskundervisningen i tyska skolor über Grundfragen des dans-Projekts berichtet. Der Fokus lag dabei auf der Bedeutung des Ausspracheunterrichts für den Erwerb einer funktionalen Dänischkompetenz in der Schule: Eine für dänische L1-Sprecher akzeptable dänische Aussprache ist ausschlaggebend dafür, dass L2-Sprecher überhaupt die Chance bekommen, in authentischen Kommunikationssituationen Dänisch zu sprechen und ihre sprachliche Kompetenz weiter auszubauen. Zugleich ist Dänisch in phonetisch-phonologischer Hinsicht aber äußert komplex und der Erwerb lautlicher Strukturen eine erhebliche Hürde.

Höder, Steffen. 2017. „Sådan skal det lyde! Fonetikens betydelse för danskundervisningen i tyska skolor“. Gastvortrag, Institutionen för svenska språket, Göteborgs universitet, 27. 2. 2017.

Diasystematische Konstruktionsgrammatik war das Thema des Plenarvortrags A constructional approach to language in contact: Background and basic concepts of Diasystematic Construction Grammar bei der Konferenz Construction Grammar: new advances in theor­etical and applied linguistics an der belgischen Université catholique de Louvain. Hier ging es um eine Einführung in die DCxG für Konstruktionsgrammatiker. Die dazugehörige Präsentation dazu findet sich bei [Academia.edu].

Höder, Steffen. 2017. „A constructional approach to language in contact: Background and basic concepts of Diasystematic Construction Grammar“. Plenarvortrag, Construction Grammar: new advances in theor­etical and applied linguistics, Université catholique de Louvain, Louvain-la-Neuve, 12. 5. 2017.

Ausschreibung: wissenschaftliche Hilfskraft (im Masterstudium)

Zum 1. 4. 2017 ist am ISFAS (Skandinavistische Sprachwissenschaft, Prof. Dr. Steffen Höder) und am Germanistischen Seminar (Deutsch als Zweitsprache und fachbezogene Sprachförderung, Prof. Dr. Inger Petersen) eine Hilfskraftstelle für 6 Monate zu besetzen.

Die Arbeitszeit beträgt 32 Stunden/Monat.

Die Stelle unterstützt der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer Studie zur Mehrsprachigkeit an der CAU Kiel. Zu den Tätigkeiten gehören die Mitarbeit bei der Organisation der Datenerhebung und der statistischen Auswertung der Daten sowie weitere Hilfstätigkeiten.

Vorausgesetzt werden

  • sicherer Umgang mit gängiger Bürosoftware;
  • schnelle Auffassungsgabe, Organisationstalent und die Fähigkeit zur Arbeit im Team.

Erfahrungen mit der statistischen Auswertung von Daten sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung einschließlich Ihrer Leistungsübersicht im PDF-Format bis spätestens Mittwoch, 22. 2. 2017, per Mail an Prof. Dr. Steffen Höder (s.hoeder@isfas.uni-kiel.de) und Prof. Dr. Inger Petersen (petersen@germsem.uni-kiel.de).

(Die Ausschreibung steht unter dem Vorbehalt der endgültigen Finanzierungszusage.)

Neuerscheinungen 2016

Jahresrückblick auf 2016: Vergangenes Jahr sind sieben Arbeiten zu verschiedenen Themen erschienen.

daenische-phonetikDer Artikel Dänische Phonetik im Kontrast zu norddeutschen Ausgangsvarietäten beim schulischen Zweitspracherwerb, entstanden im dans-Projekt, vergleicht phonetische Eigenschaften des Dänischen und des Deutschen. Die Analyse bleibt dabei bewusst nah an der ‚Oberfläche‘ der artikulatorischen Phonetik und begibt sich nicht auf das höhere Abstraktionsniveau der Phonologie, das gerade für das Dänische nicht immer einfach nachzuvollziehen ist. Der Fokus liegt auf Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Bereich der segmentalen Phonetik, wesentlicher Suprasegmentalia auf Wortebene sowie wichtiger phonologischer Prozesse. Innovativ ist vor allem die systematische Einbeziehung norddeutscher Spezifika, die aus zwei Gründen wichtig sind: Erstens ist beim schulischen Dänischerwerb in aller Regel der norddeutsche Regiolekt die Ausgangssprache der Lerner, und zweitens weist das Dänische in der Phonetik deutlich stärkere Übereinstimmungen zum Norddeutschen auf als zum Standarddeutschen.Der Artikel ist als Band 1 einer neuen Online-Arbeitspapierreihe erschienen, die kleinere Arbeiten und Forschungsberichte aus der skandinavistischen Linguistik in Kiel sammeln soll (Kieler Arbeiten zur skandinavistischen Linguistik [KASL]).

Höder, Steffen. 2016. „Dänische Phonetik im Kontrast zu norddeutschen Ausgangsvarietäten beim schulischen Zweitspracherwerb“. Kieler Arbeiten zur skandinavistischen Lin­guistik 1.

Niederdeutsche Form, unspezifische Struktur. Diasystematische Konstruk­tio­nen in der deutsch-dänischen Kontaktzone wendet den Ansatz der Diasystematischen Konstruktionsgrammatik (DCxG) auf regionaltypische Konstruktionen der deutsch-dänischen Kontaktzone an und demonstriert so die Eignung dieses Modells für sprachübergreifende Arealismen. Die diskutierten Beispiele sind der und-Infinitiv (ich hab keine Lust und machen das) und das sollen-Futur (ich soll heute noch nach Kiel fahren); beides kommt in deutschen und dänischen Varietäten vor.

Höder, Steffen. 2016. „Niederdeutsche Form, unspezifische Struktur. Diasystematische Konstruk­tio­nen in der deutsch-dänischen Kontaktzone“. In: Helmut Spiekermann, Line-Marie Hohenstein, Stephanie Sauermilch & Kathrin Weber (Hgg.), Niederdeutsch: Grenzen, Strukturen, Variation (Niederdeutsche Studien 58), Wien/Köln/Weimar: Böhlau, 293–309.

Unmittelbar vor Jahresende ist der Beitrag Niederdeutsch und Nordeuropa: Eine Annäherung an grammatische Arealität im Norden Europas erschienen. Hier geht es um eine Skizze des Projekts GrammArNord mit dem derzeitigen Arbeitsstand. Dabei liegt der Fokus auf theoretischen Aspekten, nämlich vor allem dem Konzept einer variationssensitiven Arealtypologie (die in einem festgelegten geographischen Gebiet Standard- und Nonstandardvarietäten dort verwendeter Sprachen betrachtet) und dem kommunikativen Raum, d. h. einen mehrsprachigen Raums mit mehreren Variationsdimensionen, der eine soziolinguistisch realistische Lokalisierung einzelner Varietäten erlaubt. Vor diesem Hintergrund werden einzelne Fälle grammatischer Arealbildung diskutiert, die verschiedene räumliche Reichweiten und zeitliche Tiefen aufweisen.

Höder, Steffen. 2016 „Niederdeutsch und Nordeuropa: Eine Annäherung an grammatische Arealität im Norden Europas“. Niederdeutsches Jahrbuch 139, 103–129.

Der bereits 2014 publizierte Artikel Phonological elements in Diasystematic Construction Grammar ist als Teil des Sonderhefts Constructions across grammars in der Reihe Benjamins current topics erneut gedruckt worden.

Höder, Steffen. 2016. „Phonological elements in Diasystematic Construction Grammar“. In: Martin Hilpert & Jan-Ola Östman (Hgg.), Constructions across grammars (Benjamins current topics 82), Amsterdam/Philadelphia: Benjamins, 67–96 [zuerst 2014 in Constructions and frames 6, 202–231].

bild4Auf einen Vortrag in einer Kieler Ringvorlesung geht der Beitrag Stumme Ohrenzeugen. Methodologische Überlegungen zur Rekonstruktion altschwedischer Mündlichkeit zurück, der an das abgeschlossene Projekt Altschwedischer Sprachausbau im Sprachkontakt anknüpft. Hier geht es um das typische Bad-data-Problem der historischen Sprachwissenschaft, nämlich die Einseitigkeit der überlieferten Quellen, die gesprochene Sprache wenn überhaupt, dann nur fragmentarisch reflektieren. Der Artikel diskutiert Möglichkeiten, sinnvoll mit diesem Problem umzugehen.

Höder, Steffen. 2016. „Stumme Ohrenzeugen. Methodologische Überlegungen zur Rekonstruktion altschwedischer Mündlichkeit“. In: Elmar Eggert & Jörg Kilian (Hgg.), Historische Mündlichkeit. Beiträge zur Geschichte der gesprochenen Sprache (Kieler Forschungen zur Sprachwissenschaft 7), Frankfurt am Main u. a.: Lang, 121–138.

Die Diasystematische Konstruktionsgrammatik verdankt dem Pionier der Kontaktlinguistik Uriel Weinreich den Gedanken, dass Sprachen und Varietäten im Kontakt gemeinsame Strukturen aufweisen können; der Terminus diasystematisch verweist auf einen zentralen Begriff in Weinreichs Arbeiten. Weinreichs Bedeutung für die Geschichte der Kontaktlinguistik und insbesondere für einige Grundgedanken der Diasystematischen Konstruktionsgrammatik arbeitet der Beitrag Though this be contact, yet there is system in’t: Was man noch heute von Uriel Weinreich über Sprachkontakt lernen kann heraus.

Höder, Steffen. 2016. „Though this be contact, yet there is system in’t: Was man noch heute von Uriel Weinreich über Sprachkontakt lernen kann“. In: Alastair Walker (Hg.), Classics revisited. Wegbereiter der Linguistik neu gelesen (Kieler Forschungen zur Sprachwissenschaft 6), Frankfurt am Main u. a.: Lang, 157–178.

afsenderkodeSemikommunikation und rezeptive Mehrsprachigkeit sind Schlüsselbegriffe bei der Untersuchung der interskandinavischen Kommunikation, bei der sich Dänisch-, Norwegisch- und Schwedischsprachige in ihren jeweiligen Erstsprachen miteinander verständigen. In jüngerer Zeit nimmt die Fähigkeit und (oder?) die Bereitschaft zur Nutzung dieser Kommunikationsform jedoch ab, was einmal mehr die Frage aktualisiert, ob semikommunikative Strategien auch in eingeschränkter oder abgewandelter Form funktionieren können. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Beitrag Tyskere kan ikke forstå dansk. Eller kan de? mit den Möglichkeiten Deutschsprachiger, auch ohne explizites dänisches Sprachwissen Dänisch zu verstehen.

Höder, Steffen. 2016. „Tyskere kan ikke forstå dansk. Eller kan de?“. In: Sprog i Norden 2016, 49–60.

Fachinformationsdienst Nordeuropa

Mit dem Jahresbeginn 2016 hat der neue Fachinformationsdienst (FID) Nordeuropa an der Universitätsbibliothek Kiel die Arbeit aufgenommen. Er löst das bisher hier angesiedelte Sondersammelgebiet Skandinavien ab und hat die Aufgabe, Literatur und andere Informationsquellen für die mit der Region Nordeuropa arbeitenden Forscher und Fächer zu erschließen und dazu passende fachspezifische Dienstleistungen anzubieten, insbesondere soweit das die Möglichkeiten einzelner Institute und Fachbibliotheken übersteigt. Von diesem Angebot profitiert auch die skandinavistische Sprachwissenschaft, indem entsprechende Bücher, Zeitschriften und digitale Quellen schnell, unbürokratisch und zentral bereitgestellt werden, die für die Forschung unentbehrlich sind. Weitere Dienstleistungen sind in Vorbereitung.

Für die Zusammenarbeit zwischen FID und den verschiedenen Fachcommunitys ist ein Fachbeirat aus Vertretern der beteiligten Fächer gebildet worden; ich vertrete hier die  skandinavistische Sprachwissenschaft.

Neues Projekt: Dänisch als Nachbarsprache (dans)

Im Oktober 2015 startet unter meiner Leitung das neue Projekt Dänisch als Nachbarsprache (dans) am ISFAS, das als Teil der Lehramtsinitiative der CAU Kiel Bausteine für eine sprachwissenschaftlich fundierte Dänisch-Fachdidaktik erarbeiten, erproben und evaluieren soll. Wissenschaftliche Mitarbeiterin in diesem Projekt ist Lisa Tulaja M.Ed.

Stellenausschreibung (Fachdidaktik/Sprachwissenschaft Dänisch)

Das Lehramtsstudium ist mit über 3.600 Studierenden an insgesamt fünf Fakultäten ein zentrales Studienangebot der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Mit dem Programm „Lehramt in Bewegung an der CAU (CAU-LiB)“ will die CAU die Zusammenarbeit zwischen Fächern, Fachdidaktiken und den Bildungswissenschaften am Standort Kiel nachhaltig verbessern, indem forschungsbasiert neue Studienangebote und Studienstrukturen geschaffen werden.

Hierzu wird in vierzehn Fächern jeweils für drei Jahre eine Projektstelle (50%) besetzt. Die Projekte sind durch regelmäßigen fachlichen Austausch und gemeinsame Workshops miteinander verbunden, an dem auch die künftigen StelleninhaberInnen teilnehmen werden.

In diesem Rahmen ist am Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft (ISFAS) ist zum 1. Oktober 2015 die Stelle

einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin/eines wissenschaftlichen Mitarbeiters

für die Dauer von drei Jahren zu besetzen. Im Rahmen der Stelle wird die Möglichkeit zu Promotion gegeben.

Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt die Hälfte der einer/eines entsprechend Vollbeschäftigten (zurzeit 19,35 Stunden); das Entgelt richtet sich bei Vorliegen der tariflichen Voraussetzungen nach Entgeltgruppe 13 TV-L. Die regelmäßige wöchentliche Lehrverpflichtung beträgt 2 Lehrveranstaltungsstunden.

Die Stelle ist dem anlaufenden Forschungsprojekt „Dänisch als Nachbarsprache (dans)“ (Leitung Prof. Dr. Steffen Höder, Lehrstuhl Skandinavistische Sprachwissenschaft) zugeordnet, das Bausteine für eine sprachwissenschaftlich fundierte Fachdidaktik des Dänischen als Nachbarsprache erarbeiten soll. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung didaktischer Konzepte, die spezifisch auf die besondere Konstellation des schulischen Dänischunterrichts in Schleswig-Holstein (zweite oder dritte Fremdsprache) mit Deutsch als Ausgangssprache abzielen. Hieraus ergibt sich eine Orientierung an linguistischer Forschung zur kontrastiven Linguistik und zum Zweitspracherwerb; das geplante Promotionsvorhaben sollte sich thematisch ebenfalls in diesem Rahmen bewegen. Die Aufgaben umfassen die Mitarbeit im Projekt sowie die Durchführung inhaltlich und organisatorisch an das Projekt angebundener Lehrveranstaltungen in den Dänisch-Studiengängen.

Einstellungsvoraussetzungen sind ein sehr hohes Kompetenzniveau im Dänischen sowie ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Fächer Dänisch oder Skandinavistik (MA, MEd oder äquivalenter Abschluss in einem vergleichbaren Studiengang). Darüber hinaus sollte die qualifizierte Bewerberin/der qualifizierte Bewerber am schulischen Fremdsprachunterricht ebenso wie an interdisziplinärer Zusammenarbeit interessiert sein sowie über ein hohes Maß an Organisations- und Teamfähigkeit verfügen. Von Vorteil sind ein Studienschwerpunkt in der Sprachwissenschaft, vorherige schulische oder universitäre Lehrerfahrung im Fach Dänisch sowie nachgewiesene Kenntnisse in der Fremdsprachendidaktik.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist bestrebt, den Anteil von Wissenschaftlerinnen in Forschung und Lehre zu erhöhen und fordert deshalb entsprechend qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Frauen werden bei gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorrangig berücksichtigt.

Die Hochschule setzt sich für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ein. Daher werden schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Ausdrücklich begrüßen wir es, wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund bei uns bewerben.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Kopien bisheriger Abschlüsse und Zeugnisse, andere Referenzen; wenn vorhanden: Publikationsliste, bisherige Lehrerfahrung, Beiträge auf Konferenzen) – auf die Vorlage von Bewerbungsfotos verzichten wir ausdrücklich und bitten daher, hiervon abzusehen – richten Sie bitte bis zum 15.08.2015 an Prof. Dr. Steffen Höder (per Mail: s.hoeder (at) isfas.uni-kiel.de, außerdem bitte per Post: Prof. Dr. Steffen Höder, CAU Kiel, ISFAS, 24098 Kiel).

Vortrag: Niederdeutsches in nordeuropäischen Arealen (Tallinn)

Neues zu GrammArNord: Bei der Jahrestagung des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung in Tallinn halte ich einen Vortrag mit dem Titel Niederdeutsches in nordeuropäischen Arealen. Der Vortrag stellt den aktuellen Stand des Projekts GrammArNord dar und geht besonders auf die merkmalzentrierte Analyse sprachlicher Areale im multidimensionalen kommunikativen Raum ein, die für das GrammArNord grundlegend ist. Eine Analyse dreier beispielhaft ausgewählter morphosyntaktischer Merkmale illustriert die Bezüge zu unterschiedlichen Kontaktzonen und -konstellationen sowie die verschiedenen Zeittiefen, die sich mit dem gewählten Ansatz erfassen lassen.