Archiv der Kategorie: Forschung

Konstruktionsgrammatik på svenska

Entrance hall of Uppsala University main buildingBei der Konferenz Svenskans beskrivning 38 (Uppsala universitet, 25. bis 27. Oktober 2017) habe ich gemeinsam mit Benjamin Lyngfelt (Göteborgs universitet) und Joel Olofsson (Göteborgs universitet/Högskolan Väst) einen thematischen Workshop Konstruktionsgrammatik på svenska geleitet. Dabei wurde im Rahmen verschiedener konstruktionsgrammatischer Ansätze ein breites Spektrum aktueller Fragestellungen mit Bezug zum Schwedischen diskutiert, allen voran von Jan-Ola Östman (ehemals Helsingfors universitet/Helsingin yliopisto), der den Workshop als eingeladener Redner eröffnet hat.

Camilla Wide (Åbo/Turku) und Camilla Lindholm (Helsingfors/Helsinki)

Steffen Höder (Kiel)

Ich selbst habe einen Vortrag mit dem Titel Jahaja nämen vafan – interjektioner som konstruktionsgrammatiska godbitar beigesteuert, in dem ich gezeigt habe, dass schwedische Interjektionen genau wie andere sprachliche Strukturen als (Klassen von) Konstruktionen analysiert werden können, dass dazu aber das konstruktionsgrammatische Beschreibungsinstrumentarium erweitert werden muss, nämlich vor allem auf der Formseite, die durch unterschiedliche Typen von phonologischer Schematizität geprägt ist.

Posterpreis der DGFF für Lisa Tulaja

bild2Beim 27. Kongress der DGFF („Sprachen lernen integriert – global, regional, lokal“) in Jena (27. bis 30. September 2017) ist das Poster Wichtige Aussprache, unwichtige Fehler. Evidenzbasierte Forschung zur Aussprache im schulischen Dänischunterricht von Lisa Tulaja aus meinem Projekt Dänisch als Nachbarsprache mit einem Posterpreis prämiert worden. Herzlichen Glückwunsch!

 

ATdS 2017

Vom 27. bis zum 29. September 2017 findet in Kiel die 23. Arbeitstagung der Skandinavistik statt, bei der ein recht umfangreiches Programm aus allen Fachteilen geboten wird.

Aus linguistischer Sicht steht Julia Prentice’ Plenarvortrag Infrastruktur för svensk andraspråksforskning (och annan svensk språkforskning). Möten mellan andraspråksforskning och datalingvistik im Vordergrund, der inhaltlich auch Anknüpfungspunkte für die drei Arbeitskreise mit linguistischer Beteiligung bietet.

Der Arbeitskreis Digital Humanities in der Skandinavistik (Leitung: Ruth Sindt und ich) thematisiert neue Chancen, die sich für alle Bereiche der Skandinavistik und der Nordeuropaforschung insgesamt aus der Digitalisierung ergeben. Dazu gehören unter anderem auch Beiträge zu Sprachkorpora, digitaler Editionsphilologie, Metadatenmanagement. Ruth Sindt und ich führen mit einem Beitrag Digital Humanities: Modeerscheinung oder echte Chance? ein.

Aus dem Kieler dans-Projekt hat sich ein Arbeitskreis zu Sprachdidaktik und Zweitspracherwerb ergeben (Leitung: Lisa Tulaja und ich). Hier geht es um unterschiedliche Facetten von (zumeist gesteuertem) Zweitspracherwerb in unterschiedlichen Kontexten. Die Beiträge beschäftigen sich entsprechend mit Spracherwerb in Norwegen, Schweden und Deutschland, mit einem Block von Beiträgen zum schulischen Dänischerwerb in Schleswig-Holstein. Hierzu gehören auch (aus dem dans-Projekt) mein Vortrag mit dem Titel Schulfach Dänisch: Linguistische Anmerkungen zu einem doppelten Kuriosum und Lisa Tulajas Vortrag zu Aussprache im schulischen Dänischunterricht. Fehlerklassifikation und -analyse.

Zusätzlich gibt es einen thematisch offenen Arbeitskreis Sprachwissenschaft (Leitung: Christer Lindqvist und ich) mit ganz unterschiedlichen Beiträgen, unter anderem mein Vortrag Das Südschleswiger Südjütisch im Spiegel der Wenker-Daten. Aus Kiel werden außerdem Sabrina Schütz (Bestandsaufnahme des Südschleswigdänischen aus dialektologischer Perspektive. Forschungsdesign und erste Ergebnisse) und Aileen Urban (Konstruktionsgrammatik und Codeswitching) aus ihrer Arbeit berichten.

 

neue Mitarbeiterin: nachhaltige Nutzbarkeit skandinavischer Sprachkorpora

Seit dem 1. 8. 2017 ist Iben Nyholm Debess Mitarbeiterin in einem neuen einjährigen Projekt (Nachhaltige Nutzbarkeit skandinavischer Sprachkorpora), das beim Fachinformationsdienst Nordeuropa angesiedelt ist und unter meiner fachlichen Leitung steht. In diesem Projekt geht es um die Aufbereitung älterer skandinavischer Sprachkorpora, die technisch und inhaltlich auf einen Stand gebracht werden sollen, der den Ansprüchen heutiger Korpuslinguistik an Transkription, Annotation und Dokumentation genügt. Das Projekt arbeitet dabei mit dem Hamburger Zentrum für Sprachkorpora zusammen. Die aufbereiteten Korpora sollen nach Abschluss des Projekts über den Fachinformationsdienst online zugänglich gemacht werden.

Vorträge Januar bis Mai 2017

Rückblick auf die ersten Monate des Jahres: Von Januar bis Mai sind verschiedene Vorträge entstanden.

In Vorträgen in Stockholm und Berlin habe ich aus der Perspektive des Projekts GrammArNord über areale Zusammenhänge zwischen deutschen und skandinavischen Varietäten berichtet. Dabei ging es in dem Stockholmer Vortrag Wie deutsch ist Skandinavisch? Und wie skandinavisch ist (manches) Deutsch? vor allem um die Auswirkungen des jahrhundertealten deutsch-skandinavischen Sprachkontakts auf unterschiedliche Varietäten des Nonstandardbereichs, die sich in einem sprachenübergreifenden kommunikativen Raum darstellen lassen, der durch geographische und nicht-geographische Dimensionen strukturiert ist. Ein Beispiel ist einerseits die in Norwegen als ‚garpe-Genitiv‘ bezeichnete Possessivkonstruktion wie in dama si bok ‚das Buch der Frau‘, die ursprünglich aus kontinentalwestgermanischen Varietäten über das Niederdeutsche in westnorwegische Dialekte übernommen worden ist (vgl. hd. der Frau ihr Buch, nd. de Fru ehr Book). Heute findet sich diese Konstruktion auch in anderen Dialektregionen, im Nynorsk sowie zunehmend auch in bokmålnaher Umgangssprache; sie breitet sich also im norwegischen Varietätenspektrum sowohl horizontal als auch vertikal aus. Ein Beispiel für die umgekehrte Wirkrichtung ist die als typisch dänisch bekannte Sonorisierung intervokalischer Plosive (dän. klusilsvækkelse), die sich auch in den nördlichsten hoch- und niederdeutschen Varietäten findet (vgl. norddeutsch Jacke [ˈjaɡə]). Nach Süden hin ist sie aber weniger stark obligatorisch und dann zum Teil stärker sozial und situativ differenziert; ein Extremfall ist die Refunktionalisierung als Genremarker im deutschen Hiphop, die wohl über die Rolle Hamburgs als frühes Hiphophochburg zu erklären ist.

Höder, Steffen. 2017. „Wie deutsch ist Skandinavisch? Und wie skandinavisch ist (manches) Deutsch?“. Gastvortrag, Stockholms universitet, 21. 2. 2017.

Der Vortrag Skandinavisches im Deutschen und umgekehrt: kontaktbedingter Grammatikwandel aus arealer Perspektive an der Berliner Humboldt-Universität konzentrierte sich auf die Frage, wie die Entstehung grammatischer Arealismen in verschiedenen deutsch-skandinavischen Kontaktkonstellationen aus dem Blickwinkel einschlägiger Modelle zum Grammatikkontakt zu interpretieren ist, darunter Heines & Kutevas Modell der kontaktbedingten Grammatikalisierung, Johansons Ansatz zum Kodekopieren und mein eigenes Modell der Diasystematischen Konstruktionsgrammatik.

Höder, Steffen. 2017. „Skandinavisches im Deutschen und umgekehrt: kontaktbedingter Grammatikwandel aus arealer Perspektive“. Gastvortrag, Humboldt-Universität zu Berlin, 24. 1. 2017.

Stärker ins Detail ging der Vortrag Variationssensitive Arealtypologie zwischen Elbe und Nordkap – Werkstatt­bericht zum Kieler Projekt GrammArNord, der den aktuellen Arbeitsstand im Projekt einschließlich der theoretischen und methodischen Grundlagen darstellte und anhand von Pilotstudien illustrierte. Das ausführliche Handout dazu findet sich bei [Academia.edu].

Höder, Steffen. 2017. „Variationssensitive Arealtypologie zwischen Elbe und Nordkap – Werkstatt­bericht zum Kieler Projekt GrammArNord“. Gastvortrag, Humboldt-Universität zu Berlin, 24. 1. 2017.

In einem Vortrag in Göteborg habe ich unter dem Titel Sådan skal det lyde! Fonetikens betydelse för danskundervisningen i tyska skolor über Grundfragen des dans-Projekts berichtet. Der Fokus lag dabei auf der Bedeutung des Ausspracheunterrichts für den Erwerb einer funktionalen Dänischkompetenz in der Schule: Eine für dänische L1-Sprecher akzeptable dänische Aussprache ist ausschlaggebend dafür, dass L2-Sprecher überhaupt die Chance bekommen, in authentischen Kommunikationssituationen Dänisch zu sprechen und ihre sprachliche Kompetenz weiter auszubauen. Zugleich ist Dänisch in phonetisch-phonologischer Hinsicht aber äußert komplex und der Erwerb lautlicher Strukturen eine erhebliche Hürde.

Höder, Steffen. 2017. „Sådan skal det lyde! Fonetikens betydelse för danskundervisningen i tyska skolor“. Gastvortrag, Institutionen för svenska språket, Göteborgs universitet, 27. 2. 2017.

Diasystematische Konstruktionsgrammatik war das Thema des Plenarvortrags A constructional approach to language in contact: Background and basic concepts of Diasystematic Construction Grammar bei der Konferenz Construction Grammar: new advances in theor­etical and applied linguistics an der belgischen Université catholique de Louvain. Hier ging es um eine Einführung in die DCxG für Konstruktionsgrammatiker. Die dazugehörige Präsentation dazu findet sich bei [Academia.edu].

Höder, Steffen. 2017. „A constructional approach to language in contact: Background and basic concepts of Diasystematic Construction Grammar“. Plenarvortrag, Construction Grammar: new advances in theor­etical and applied linguistics, Université catholique de Louvain, Louvain-la-Neuve, 12. 5. 2017.

Ausschreibung: wissenschaftliche Hilfskraft (im Masterstudium)

Zum 1. 4. 2017 ist am ISFAS (Skandinavistische Sprachwissenschaft, Prof. Dr. Steffen Höder) und am Germanistischen Seminar (Deutsch als Zweitsprache und fachbezogene Sprachförderung, Prof. Dr. Inger Petersen) eine Hilfskraftstelle für 6 Monate zu besetzen.

Die Arbeitszeit beträgt 32 Stunden/Monat.

Die Stelle unterstützt der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer Studie zur Mehrsprachigkeit an der CAU Kiel. Zu den Tätigkeiten gehören die Mitarbeit bei der Organisation der Datenerhebung und der statistischen Auswertung der Daten sowie weitere Hilfstätigkeiten.

Vorausgesetzt werden

  • sicherer Umgang mit gängiger Bürosoftware;
  • schnelle Auffassungsgabe, Organisationstalent und die Fähigkeit zur Arbeit im Team.

Erfahrungen mit der statistischen Auswertung von Daten sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung einschließlich Ihrer Leistungsübersicht im PDF-Format bis spätestens Mittwoch, 22. 2. 2017, per Mail an Prof. Dr. Steffen Höder (s.hoeder@isfas.uni-kiel.de) und Prof. Dr. Inger Petersen (petersen@germsem.uni-kiel.de).

(Die Ausschreibung steht unter dem Vorbehalt der endgültigen Finanzierungszusage.)

Neuerscheinungen 2016

Jahresrückblick auf 2016: Vergangenes Jahr sind sieben Arbeiten zu verschiedenen Themen erschienen.

daenische-phonetikDer Artikel Dänische Phonetik im Kontrast zu norddeutschen Ausgangsvarietäten beim schulischen Zweitspracherwerb, entstanden im dans-Projekt, vergleicht phonetische Eigenschaften des Dänischen und des Deutschen. Die Analyse bleibt dabei bewusst nah an der ‚Oberfläche‘ der artikulatorischen Phonetik und begibt sich nicht auf das höhere Abstraktionsniveau der Phonologie, das gerade für das Dänische nicht immer einfach nachzuvollziehen ist. Der Fokus liegt auf Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Bereich der segmentalen Phonetik, wesentlicher Suprasegmentalia auf Wortebene sowie wichtiger phonologischer Prozesse. Innovativ ist vor allem die systematische Einbeziehung norddeutscher Spezifika, die aus zwei Gründen wichtig sind: Erstens ist beim schulischen Dänischerwerb in aller Regel der norddeutsche Regiolekt die Ausgangssprache der Lerner, und zweitens weist das Dänische in der Phonetik deutlich stärkere Übereinstimmungen zum Norddeutschen auf als zum Standarddeutschen.Der Artikel ist als Band 1 einer neuen Online-Arbeitspapierreihe erschienen, die kleinere Arbeiten und Forschungsberichte aus der skandinavistischen Linguistik in Kiel sammeln soll (Kieler Arbeiten zur skandinavistischen Linguistik [KASL]).

Höder, Steffen. 2016. „Dänische Phonetik im Kontrast zu norddeutschen Ausgangsvarietäten beim schulischen Zweitspracherwerb“. Kieler Arbeiten zur skandinavistischen Lin­guistik 1.

Niederdeutsche Form, unspezifische Struktur. Diasystematische Konstruk­tio­nen in der deutsch-dänischen Kontaktzone wendet den Ansatz der Diasystematischen Konstruktionsgrammatik (DCxG) auf regionaltypische Konstruktionen der deutsch-dänischen Kontaktzone an und demonstriert so die Eignung dieses Modells für sprachübergreifende Arealismen. Die diskutierten Beispiele sind der und-Infinitiv (ich hab keine Lust und machen das) und das sollen-Futur (ich soll heute noch nach Kiel fahren); beides kommt in deutschen und dänischen Varietäten vor.

Höder, Steffen. 2016. „Niederdeutsche Form, unspezifische Struktur. Diasystematische Konstruk­tio­nen in der deutsch-dänischen Kontaktzone“. In: Helmut Spiekermann, Line-Marie Hohenstein, Stephanie Sauermilch & Kathrin Weber (Hgg.), Niederdeutsch: Grenzen, Strukturen, Variation (Niederdeutsche Studien 58), Wien/Köln/Weimar: Böhlau, 293–309.

Unmittelbar vor Jahresende ist der Beitrag Niederdeutsch und Nordeuropa: Eine Annäherung an grammatische Arealität im Norden Europas erschienen. Hier geht es um eine Skizze des Projekts GrammArNord mit dem derzeitigen Arbeitsstand. Dabei liegt der Fokus auf theoretischen Aspekten, nämlich vor allem dem Konzept einer variationssensitiven Arealtypologie (die in einem festgelegten geographischen Gebiet Standard- und Nonstandardvarietäten dort verwendeter Sprachen betrachtet) und dem kommunikativen Raum, d. h. einen mehrsprachigen Raums mit mehreren Variationsdimensionen, der eine soziolinguistisch realistische Lokalisierung einzelner Varietäten erlaubt. Vor diesem Hintergrund werden einzelne Fälle grammatischer Arealbildung diskutiert, die verschiedene räumliche Reichweiten und zeitliche Tiefen aufweisen.

Höder, Steffen. 2016 „Niederdeutsch und Nordeuropa: Eine Annäherung an grammatische Arealität im Norden Europas“. Niederdeutsches Jahrbuch 139, 103–129.

Der bereits 2014 publizierte Artikel Phonological elements in Diasystematic Construction Grammar ist als Teil des Sonderhefts Constructions across grammars in der Reihe Benjamins current topics erneut gedruckt worden.

Höder, Steffen. 2016. „Phonological elements in Diasystematic Construction Grammar“. In: Martin Hilpert & Jan-Ola Östman (Hgg.), Constructions across grammars (Benjamins current topics 82), Amsterdam/Philadelphia: Benjamins, 67–96 [zuerst 2014 in Constructions and frames 6, 202–231].

bild4Auf einen Vortrag in einer Kieler Ringvorlesung geht der Beitrag Stumme Ohrenzeugen. Methodologische Überlegungen zur Rekonstruktion altschwedischer Mündlichkeit zurück, der an das abgeschlossene Projekt Altschwedischer Sprachausbau im Sprachkontakt anknüpft. Hier geht es um das typische Bad-data-Problem der historischen Sprachwissenschaft, nämlich die Einseitigkeit der überlieferten Quellen, die gesprochene Sprache wenn überhaupt, dann nur fragmentarisch reflektieren. Der Artikel diskutiert Möglichkeiten, sinnvoll mit diesem Problem umzugehen.

Höder, Steffen. 2016. „Stumme Ohrenzeugen. Methodologische Überlegungen zur Rekonstruktion altschwedischer Mündlichkeit“. In: Elmar Eggert & Jörg Kilian (Hgg.), Historische Mündlichkeit. Beiträge zur Geschichte der gesprochenen Sprache (Kieler Forschungen zur Sprachwissenschaft 7), Frankfurt am Main u. a.: Lang, 121–138.

Die Diasystematische Konstruktionsgrammatik verdankt dem Pionier der Kontaktlinguistik Uriel Weinreich den Gedanken, dass Sprachen und Varietäten im Kontakt gemeinsame Strukturen aufweisen können; der Terminus diasystematisch verweist auf einen zentralen Begriff in Weinreichs Arbeiten. Weinreichs Bedeutung für die Geschichte der Kontaktlinguistik und insbesondere für einige Grundgedanken der Diasystematischen Konstruktionsgrammatik arbeitet der Beitrag Though this be contact, yet there is system in’t: Was man noch heute von Uriel Weinreich über Sprachkontakt lernen kann heraus.

Höder, Steffen. 2016. „Though this be contact, yet there is system in’t: Was man noch heute von Uriel Weinreich über Sprachkontakt lernen kann“. In: Alastair Walker (Hg.), Classics revisited. Wegbereiter der Linguistik neu gelesen (Kieler Forschungen zur Sprachwissenschaft 6), Frankfurt am Main u. a.: Lang, 157–178.

afsenderkodeSemikommunikation und rezeptive Mehrsprachigkeit sind Schlüsselbegriffe bei der Untersuchung der interskandinavischen Kommunikation, bei der sich Dänisch-, Norwegisch- und Schwedischsprachige in ihren jeweiligen Erstsprachen miteinander verständigen. In jüngerer Zeit nimmt die Fähigkeit und (oder?) die Bereitschaft zur Nutzung dieser Kommunikationsform jedoch ab, was einmal mehr die Frage aktualisiert, ob semikommunikative Strategien auch in eingeschränkter oder abgewandelter Form funktionieren können. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Beitrag Tyskere kan ikke forstå dansk. Eller kan de? mit den Möglichkeiten Deutschsprachiger, auch ohne explizites dänisches Sprachwissen Dänisch zu verstehen.

Höder, Steffen. 2016. „Tyskere kan ikke forstå dansk. Eller kan de?“. In: Sprog i Norden 2016, 49–60.

Fachinformationsdienst Nordeuropa

Mit dem Jahresbeginn 2016 hat der neue Fachinformationsdienst (FID) Nordeuropa an der Universitätsbibliothek Kiel die Arbeit aufgenommen. Er löst das bisher hier angesiedelte Sondersammelgebiet Skandinavien ab und hat die Aufgabe, Literatur und andere Informationsquellen für die mit der Region Nordeuropa arbeitenden Forscher und Fächer zu erschließen und dazu passende fachspezifische Dienstleistungen anzubieten, insbesondere soweit das die Möglichkeiten einzelner Institute und Fachbibliotheken übersteigt. Von diesem Angebot profitiert auch die skandinavistische Sprachwissenschaft, indem entsprechende Bücher, Zeitschriften und digitale Quellen schnell, unbürokratisch und zentral bereitgestellt werden, die für die Forschung unentbehrlich sind. Weitere Dienstleistungen sind in Vorbereitung.

Für die Zusammenarbeit zwischen FID und den verschiedenen Fachcommunitys ist ein Fachbeirat aus Vertretern der beteiligten Fächer gebildet worden; ich vertrete hier die  skandinavistische Sprachwissenschaft.

Neues Projekt: Dänisch als Nachbarsprache (dans)

Im Oktober 2015 startet unter meiner Leitung das neue Projekt Dänisch als Nachbarsprache (dans) am ISFAS, das als Teil der Lehramtsinitiative der CAU Kiel Bausteine für eine sprachwissenschaftlich fundierte Dänisch-Fachdidaktik erarbeiten, erproben und evaluieren soll. Wissenschaftliche Mitarbeiterin in diesem Projekt ist Lisa Tulaja M.Ed.