Betreute Promotionsprojekte

Laufend

Katharina Asmussen (Kiel)
Dänische Interjektionen als sprachsystematische Elemente

Bei den dänischen Interjektionen handelt es sich um eine formal sowie funktional äußerst heterogene Gruppe von sprachlichen Elementen, die für die zwischenmenschliche Interaktion von hoher Relevanz sind, dennoch lange Zeit in der Linguistik kaum Beachtung fanden. Dieses Dissertationsprojekt soll untersuchen, inwiefern die dänischen Interjektionen trotz ihrer Heterogenität mithilfe moderner linguistischer Ansätze als gewöhnliche sprachsystematische Elemente beschrieben und somit in das dänische Sprachsystem integriert werden können. Zu diesem Zweck wird eine Auswahl dänischer Interjektionen auf der Grundlage von Korpusdaten und experimentellen Daten zum gesprochenen Dänisch formal sowie funktional analysiert. Die eng miteinander verknüpften linguistischen Ansätze der interaktionalen Konstruktionsgrammatik und der interaktionalen Framesemantik bieten sich hierfür als Analyse- und Beschreibungsrahmen an, da diese beiden Ansätze der Heterogenität der Interjektionen in hohem Maße Rechnung tragen können.

Henrike Messer (Stockholm)
Jugendsprachliche Variation im ländlichen Raum

Mitbetreuung; weitere Information hier.

Sabrina Schütz (Kiel)
Südschleswigdänisch. Strukturelle Bestandsaufnahme aus dialektologi­scher Perspektive

Das Dissertationsprojekt mit dem Arbeitstitel Südschleswigdänisch. Strukturelle Bestandsaufnahme aus dialektologi­scher Perspektive zielt darauf ab, den gegenwärtigen Stand des Dänischen in Südschleswig zu beschreiben. Dabei konzentriert sich die Fragebogenerhebung auf den Bereich der Grammatik (Syntax und Morphologie).

Folgende Fragen sollen geklärt werden:

  1. Welche grammatischen Besonderheiten weist das Dänische in Südschleswig auf?
  2. Welche dieser Besonderheiten sind allgemein etablierte Elemente des Dänischen in Südschleswig? Welche Besonderheiten sind hingegen auf individueller Ebene?
  3. Lassen sich regionale Unterschiede feststellen? Beurteilen also Dänischsprecherinnen und -sprecher nahe der dänischen Grenze grammatische Formen des Dänischen in Südschleswig anders als diejenigen, die südlicher wohnen?
  4. Gibt es intergenerationelle Unterschiede in der Beurteilung spezifischer Formen des Dänischen in Südschleswig? Beurteilen also ältere Dänischsprecherinnen und -sprecher grammatische Formen des Dänischen in Südschleswig anders als jüngere?

Weitere Informationen finden sich hier.

Lisa Tulaja (Kiel)
Aussprachekompetenz im schulischen Dänischunterricht

Das Projekt knüpft an die aktuell starke Forderung nach evidenzbasierter Forschung zur Ausspracheförderung im Fremdsprachenunterricht an. Dabei berücksichtigt es die nachbarsprachlichen und sprachspezifischen Voraussetzungen, die sich für das Dänischlernen in Schleswig-Holstein ergeben.

Anhand von kontrastiven Analysen von Standarddänisch, Standarddeutsch und Norddeutsch wird ein Merkmalkatalog von typischen phonetischen Abweichungen der zielsprachlichen Norm erarbeitet, der als Grundlage für die Fehleranalyse und Sprechertypenbestimmung in der Praxis dient. Für diese Untersuchung werden Schüleraufnahmen erhoben, die anschließend durch ein muttersprachliches Ratingpanel in Hinblick auf Verständlichkeit, Akzent sowie auf ihren Einfluss auf die Beibehaltung der zielsprachlichen Kommunikationssituation evaluiert werden.

Die leitenden Fragestellungen schließen Fragen zur Fehlerkategorisierung und deren Auftreten in der Praxis sowie deren Einschätzung von Muttersprachlern ein.
Die Ergebnisse sollen es ermöglichen, typische Aussprachefehler nach ihrer Relevanz für die Beibehaltung der Kommunikation in der Zielsprache ordnen zu können, um somit Aussagen und Empfehlungen für die gezielte Aussprachevermittlung spezifischer Schwierigkeiten zu formulieren.

Das Projekt ist Teil des Forschungsprojekts Dänisch als Nachbarsprache.

Aileen Urban (Kiel)
Konstruktionsgrammatik und Codeswitching

Der noch recht junge Theorienkomplex der Konstruktionsgrammatik (KxG) weitet sein Forschungsfeld stetig auf weitere linguistische Gegenstandsbereiche aus. In diese Entwicklung kann das Dissertationsprojekt Konstruktionsgrammatik und Codeswitching eingeordnet werden: Forschungsziel des Projekts ist es, Phänomene des Codeswitching (CS) aus konstruktionsgrammatischer Perspektive zu modellieren.

Die neuere Kontaktlinguistik geht davon aus, dass Mehrsprachigkeit der Normalfall ist, und psycholinguistische Untersuchungen betonen, dass mehrsprachige Sprecher ihre Sprachen in der Kognition nicht getrennt voneinander verarbeiten. Diese Einschätzungen teilen mittlerweile auch viele Linguisten, die zu CS forschen, ohne allerdings die theoretischen und praktischen Konsequenzen in der Modellentwicklung zu berücksichtigen. Im Dissertationsprojekt wird das Modell der Diasystematischen Konstruktionsgrammatik (DKxG) herangezogen und an die CS-Phänomene angepasst. Dieses Modell berücksichtigt die oben geschilderten neuen Einschätzungen.

Einhergehend mit der Fragestellung, ob für unterschiedliche Kontaktszenarien allgemeine Tendenzen für das CS formulierbar sind, sollen die zahlreichen CS-Phänomene zudem anhand von Korpusanalysen für unterschiedliche Kontaktszenarien mit Beteiligung skandinavischer Sprachen geprüft werden.

2016

Heike Havermeier (Göteborg)
Deutsch-schwedisches Codeswitching an der internationalen Universität

The study contributes to the growing field of multilingualism in university contexts. The subject is the bilingual language use of scholars working at German institutes at universities in Sweden. The study illuminates both the formal and the functional aspects of their codeswitching. It thereby goes towards filling gaps in research on codeswitching in academic communication. The analysis of the grammatical integration of switched items uses a contrastive method giving special attention to aspects where the language systems (German and Swedish) come into conflict. The findings are interpreted in relation to the sociological approach of communities of practice, which reveals that, in building such a community, the informants follow specific practices in their codeswitching. A corpus of more than 30 hours of conversation has been compiled, comprising different communication situations at the workplaces. It is exposed that the existing descriptive models do not contribute categories suitable to describing the form of codeswitching in the corpus, since they do not consider the syntactical characteristics of spoken language. Therefore, a new descriptive model is suggested. The main categorization criteria are conversational turns and morphosyntactical dependencies. Further, categories of analysis of motivation for codeswitching were found to be a desideratum. To create a description model, the function of and motives for codeswitching mentioned in previous literature were compiled and assigned to subordinated factors. The analysis shows that the informants prefer a distinct base language, in which items from the respective other language can be inserted, mostly nouns and particles. The insertion of verbs is avoided. The investigated speakers follow strict patterns concerning the morphological and syntactical integration of inserted items. These patterns differ from those reported from other bilingual communities and predicted in theoretical models such as the MLF model: Even though the word order in bilingual utterances follows the base language, inserted words are inflected according to the embedded language, so neither Swedish nor German constitutes a classical matrix language. One grammatical item that comes into conflict as a result of this pattern is the definite article, which is an inflectional suffix in Swedish, but is a free grammatical word in German. Which system is used to mark an embedded language noun as definite, depends mainly on the motivation for the codeswitching. Metalinguistic comments are a common motivation for codemixing in the corpus. The frequent insertion of nouns is, however, mainly motivated by linguistic domains. This is also remarkable in comparison with other bilingual communities, since linguistic domains are mostly predicted to cause a change of the base language rather than the insertion of single words.

Mitbetreuung; weitere Informationen hier.

Havermeier, Heike. 2015. Deutsch-schwedisches Codeswitching an der internationalen Universität. Göteborg: Göteborgs universitet.